5 Bücher

Dan Simmons

Space Opera

Dan Simmons hat mit Hyperion einen der wenigen Science-Fiction-Romane geschrieben, die auch außerhalb des Genres als Literatur gelten. Er verband Pilgergeschichten nach dem Muster von Chaucer und Boccaccio mit einer Zukunft aus Wurmlöchern, künstlichen Intelligenzen und einer Zeitmaschine in Gestalt eines Monsters. Simmons starb im Februar 2026 im Alter von 77 Jahren.

Aktualisiert: 2026-08-26

Simmons debütierte 1985 mit dem Horrorroman Song of Kali, für den er 1986 den World Fantasy Award erhielt. Der Durchbruch in der Science-Fiction kam 1989 mit Hyperion, das 1990 den Hugo Award und den Locus Award für den besten SF-Roman gewann. Die Fortsetzung The Fall of Hyperion holte 1991 den Locus Award und 1992 den BSFA Award. Mit Endymion (1996) und The Rise of Endymion (1997) schloss er den Zyklus ab, der letzte Band gewann 1998 erneut den Locus Award.

Simmons blieb nie in einem Genre. Für den Vampirroman Carrion Comfort erhielt er 1990 den Bram Stoker Award, weitere Stoker-Preise folgten für Erzählungen. Mit Ilium (2003) und Olympos (2005) baute er die Ilias in eine ferne Zukunft um, Ilium gewann 2004 den Locus Award. Später wandte er sich historischen Stoffen zu, etwa in The Terror (2007) über die verschollene Franklin-Expedition und in Drood (2009) über Charles Dickens. Sein letzter veröffentlichter Roman war The Fifth Heart (2015).

Auf Deutsch liegt das Werk überwiegend bei Heyne vor. Die vier Hyperion-Bände erschienen in der Übersetzung von Joachim Körber und sind zusätzlich als zwei Sammelbände erhältlich, die jeweils zwei Romane bündeln.

Beste Bücher für den Einstieg

  1. Hyperion 1989

    Der Einstieg und der beste Roman. Sieben Pilger reisen zu den Zeitgräbern auf dem Planeten Hyperion und erzählen unterwegs ihre Geschichten, jede in einem anderen Stil und Genre. Der Band endet ohne Auflösung, Band zwei gehört dazu.

  2. Der Sturz von Hyperion 1990

    Löst ein, was Hyperion aufgebaut hat, und erzählt erstmals durchgehend linear. Zusammen bilden beide Bände eine abgeschlossene Geschichte, an der man aufhören kann.

  3. Endymion 1996

    Setzt fast dreihundert Jahre später ein, mit neuen Figuren und einer Kirche als Machtblock. Deutlich näher an Abenteuerliteratur als die ersten beiden Bände.

  4. Endymions Aufstieg 1997

    Abschluss des Zyklus und Auflösung der großen Fragen aus Hyperion. Gewann 1998 den Locus Award für den besten SF-Roman.

  5. Ilium 2003

    Unabhängig von Hyperion lesbar. Ein wiederauferstandener Homer-Forscher beobachtet den Trojanischen Krieg, der auf dem Mars von posthumanen Wesen nachgestellt wird. Fortgesetzt in Olympos.

Buchreihen von Dan Simmons

Alle Bücher von Dan Simmons

Verfilmungen

The Terror (2018). Zehnteilige AMC-Miniserie nach dem Roman von 2007 über die verschollene Franklin-Expedition, mit Jared Harris und Ciarán Hinds. Die erste Staffel folgt der Romanvorlage, spätere Staffeln sind eigenständige Geschichten.

Biografie

Daniel Joseph Simmons wurde am 4. April 1948 in Peoria, Illinois, geboren. Er erwarb 1970 einen Bachelor in Englisch am Wabash College und 1971 einen Master in Erziehungswissenschaft an der Washington University in St. Louis. Danach arbeitete er achtzehn Jahre lang als Grundschullehrer, unter anderem mit hochbegabten Kindern, und schrieb nebenher Kurzgeschichten.

Den entscheidenden Anstoß gab Harlan Ellison, der Simmons 1982 zum Milford-Workshop einlud und ihn förderte. Eine Erzählung gewann einen Wettbewerb des Twilight Zone Magazine, Ellisons Agent nahm ihn unter Vertrag, 1985 erschien der Debütroman. Bis 1989 unterrichtete Simmons weiter, danach lebte er vom Schreiben. Er starb am 21. Februar 2026 in Longmont, Colorado, an den Folgen eines Schlaganfalls.

Warum Hyperion literarisch so ungewöhnlich ist

Simmons hat Hyperion nicht als durchgerechnete Hard SF angelegt, sondern als literarisches Gebäude. Die Rahmenkonstruktion stammt aus den Canterbury Tales, das Personal und die Motive aus den Gedichten von John Keats, dessen unvollendetes Versepos Hyperion dem Roman den Namen gibt. Jede Pilgergeschichte wechselt die Erzählform, vom Militärbericht über den Detektivroman bis zum Brief eines Vaters an seine Tochter. Technisch bleibt vieles bewusst unerklärt, etwa das Shrike und die Zeitgräber, und genau daraus bezieht der Roman seine Wirkung. Die späteren Bände lösen mehr auf, verlieren dadurch aber einen Teil der Rätselhaftigkeit, die den Auftakt trägt.

Dan Simmons starb am 21. Februar 2026, neue Romane sind daher nicht zu erwarten. Sein letzter veröffentlichter Roman blieb The Fifth Heart von 2015. Der bereits vor Jahren angekündigte Roman Omega Canyon über die Atomforschung in Los Alamos wurde zu seinen Lebzeiten nicht veröffentlicht. Eine Verfilmung der Hyperion-Gesänge ist seit Jahren im Gespräch, zuletzt 2021 als Kinofilm bei Warner Bros. mit Bradley Cooper und Graham King als Produzenten. Gedreht wurde bislang nichts, die einzige realisierte Adaption eines Simmons-Stoffs bleibt die AMC-Serie The Terror.

Ähnliche Autoren

  • Gene Wolfe Das Buch der Neuen Sonne teilt den literarischen Anspruch, die unzuverlässige Erzählweise und die Mischung aus Zukunft und Mythos.
  • Iain M. Banks Ähnlich weit gedachte Zukünfte mit mächtigen KIs, erzählerisch schärfer und politischer.
  • Alastair Reynolds Für Leser, die nach Hyperion mehr über fremde Artefakte und lange Zeiträume lesen wollen, mit stärkerem Physikfundament.
  • Peter F. Hamilton Space Opera in vergleichbarem Umfang, technisch detaillierter und stilistisch geradliniger.

Häufige Fragen

Womit fängt man bei Dan Simmons an?

Mit Hyperion von 1989. Der Roman ist sein bekanntestes Buch und gewann 1990 den Hugo Award. Wichtig ist, direkt Der Sturz von Hyperion anzuschließen, weil Hyperion bewusst ohne Auflösung endet. Diese beiden Bände ergeben eine abgeschlossene Geschichte. Die Endymion-Bände sind eine eigenständige Fortsetzung und können später folgen.

Muss man alle vier Hyperion-Bände lesen?

Nein. Hyperion und Der Sturz von Hyperion bilden zusammen ein geschlossenes Ganzes, viele Leser hören dort auf. Endymion und Endymions Aufstieg spielen fast dreihundert Jahre später, erzählen konventioneller und beantworten Fragen, die der Auftakt offengelassen hat. Wer die Rätsel lieber offen behält, kann die zweite Hälfte des Zyklus auslassen.

Schreibt Dan Simmons noch?

Nein. Dan Simmons starb am 21. Februar 2026 im Alter von 77 Jahren in Longmont, Colorado, an den Folgen eines Schlaganfalls. Sein letzter veröffentlichter Roman war The Fifth Heart von 2015. Der lange angekündigte Roman Omega Canyon erschien zu seinen Lebzeiten nicht.

Gibt es eine Hyperion-Verfilmung?

Nein. Der Stoff wandert seit über fünfzehn Jahren durch Hollywood, unter anderem als geplante Syfy-Serie und ab 2021 als Kinoprojekt bei Warner Bros. mit Bradley Cooper. Bis August 2026 wurde nichts davon produziert. Verfilmt wurde bisher nur The Terror, 2018 als zehnteilige AMC-Miniserie.