Ausgabe № 04 · Oktober 2026 · Das digitale SciFi-Magazin
Die Offenlegung
Wie viel darf fehlen, damit ein Dokument noch etwas belegt?
- Warum das Gesetz zur Offenlegung im Dezember gescheitert ist
- 37 Gutachten über Warp-Antrieb und Wurmlöcher
- Ein Rettungsschiff für ein Teleskop, das ins Trudeln geriet
- Area 51 und was von Bob Lazars Geschichte stimmt
- Wie Hubble bewies, dass Andromeda eine eigene Galaxie ist
- Der Sperling, K-PAX, Krieg der Klone und vier Webb-Bilder zum Wischen
Was in dieser Ausgabe steht26 Rubriken · antippen zum Aufklappen
Editorial
Warp-Antrieb, Aktenzeichen geschwärzt
Seit dem 18. September steht die Science-Fiction offiziell in Regierungsakten
Am 18. September hat das amerikanische Verteidigungsministerium die sechste Lieferung seiner UFO-Akten ins Netz gestellt. 71 Dateien, von denen 64 geschwärzt sind. Unter den Dokumenten sind 37 Studien, die ein Geheimdienst zwischen 2008 und 2012 bei einem privaten Auftragnehmer bestellt hat. Die Titel lesen sich wie das Inhaltsverzeichnis eines Heyne-Regals: Warp-Antrieb, begehbare Wurmlöcher, Tarnkappen aus Metamaterial, Antigravitation. Bezahlt hat das der Steuerzahler, rund 22 Millionen Dollar.
Ich habe lange überlegt, ob mich das freut oder beunruhigt. Vermutlich beides. Es ist schön zu sehen, dass die Fragen, mit denen wir hier jeden Monat arbeiten, irgendwann bei Leuten mit Dienstausweis ankommen. Was dann damit passiert, ist weniger schön. Die Papiere wurden geschrieben, abgeheftet, für Jahre gesperrt und jetzt in einer Form freigegeben, in der man vieles ahnen und wenig prüfen kann.
Deshalb handelt dieses Heft vom Vorgang der Offenlegung selbst. Wie entscheidet eine Behörde, was schwarz bleibt? Warum hat die Science-Fiction für das Verschweigen bessere Begründungen gefunden als jede Behörde? Und was hat Bob Lazar seit 1989 über einen Hangar am Papoose Lake erzählt, das sich prüfen ließ? Der Essay handelt davon, dass die Literatur die Akte längst als eigene Erzählform benutzt, bei Mary Shelley in Briefform, bei Sylvain Neuvel als Befragungsprotokoll.
Dazu kommt, was zu einer Ausgabe gehört. Die Hugo Awards sind vergeben, die Frankfurter Buchmesse beginnt in knapp einer Woche, und die Messier-Story handelt von einer Glasplatte, auf der Edwin Hubble 1923 mit Bleistift eine Notiz machte, die das bekannte Universum schlagartig vergrößert hat. Tea Loewe, die Gewinnerin aus dem September, erzählt in sieben Antworten, wie aus einer Kurzgeschichte ein Roman wurde. Und für Oktober hat das Los ein Buch des Monats gezogen, Der Verlorene Sektor von Nicole Sälzle.
Was die siebte Lieferung bringt, weiß im Moment niemand. Das Ministerium hat angekündigt, im Abstand von einigen Wochen weiterzumachen, und bis dahin liegen 71 Dateien auf dem Tisch, von denen ein Teil erst mit den Balken zusammen lesbar wird.
SV
Die Akten liegen offen
Seit Mai gibt das Pentagon Akten über unidentifizierte Flugobjekte heraus, am 18. September kam die sechste Lieferung. Das Gesetz, das eine unabhängige Prüfung jeder Schwärzung erzwingen sollte, ist im Dezember gescheitert. Vier Monate Freigabe haben eine Frage beantwortet, die vorher niemand gestellt hat.
Das erste Video, das am 8. Mai 2026 auf war.gov/ufo zu sehen war, zeigt drei helle Punkte in Formation über dem Persischen Golf, aufgenommen 2019 mit einer Infrarotkamera. Man sieht, dass sie sich gemeinsam bewegen. Man sieht nicht, wie groß sie sind, wie weit entfernt und wie schnell, weil die Angaben fehlen, aus denen sich das berechnen ließe. Das ist die typische Datei in diesem Portal, und die Pressemitteilung des Ministeriums räumt ein, für viele Aufnahmen sei nicht belegt, woher sie stammen und wer sie in der Zwischenzeit in der Hand hatte.
Seit Mai sind in dem Portal, das die Regierung PURSUE nennt, ausgeschrieben Presidential Unsealing and Reporting System for UAP Encounters, in sechs Lieferungen gut vierhundert Dateien zusammengekommen, Pilotenberichte, Tonbänder von NASA-Missionen der sechziger Jahre, Depeschen des FBI und des Außenministeriums, Videos von Militärdrohnen. Das älteste Dokument stammt aus dem Jahr 1942, das jüngste aus dem vergangenen Jahr. Wer sie durchliest, findet keine Aufnahme, die von zwei Instrumenten zugleich stammt. Es gibt Videos ohne Radar und Radarprotokolle ohne Video, Zeugenaussagen ohne Messwerte und Messwerte ohne Kalibrierung. Genau die Kombination, aus der sich eine Entfernung, eine Größe oder eine Beschleunigung ableiten ließe, kommt in den Akten nicht vor. Darin liegt auch der Grund, warum diese Fälle überhaupt ungeklärt geblieben sind.
Die Aussagen, die am meisten Aufsehen erregt haben, stammen aus der dritten Lieferung vom Juni. Fünf Beamte einer Bundesbehörde beschreiben darin, wie sie im Oktober 2023 im Westen der USA an zwei Abenden rote Lichter beobachteten, die aus einem größeren orangefarbenen Licht herauskamen und sich abrupt beschleunigten. Ein anderes Protokoll schildert ein leuchtendes Objekt, das im Oktober 2024 rund 45 Minuten über einem Teich im Nordosten stand, in etwa 800 Metern Höhe. Für einen Fall aus Colorado Springs von 2022, ein durchscheinendes, kartoffelförmiges Objekt, bieten die Auswerter selbst eine Erklärung an, Sonnenlicht, das vom Schnee des Cheyenne Mountain zurückgeworfen wurde, und sie stufen ihre eigene Erklärung als wenig belastbar ein. So ehrlich ist das Material an vielen Stellen. Es ersetzt nur keine Messung. Fünf Beamte, die dasselbe sehen, sind ein besserer Zeuge als einer, aber sie bleiben Zeugen, und ein Zeuge kann eine Entfernung nicht schätzen, wenn er nicht weiß, wie groß das Objekt ist.
Zur Einordnung hilft der Jahresbericht des zuständigen Büros, der im Juli erschien. Das All-domain Anomaly Resolution Office, kurz AARO, ist die Stelle im Pentagon, bei der alle Meldungen über unidentifizierte Phänomene zusammenlaufen. Es hat im Berichtsjahr 319 neue Meldungen erhalten und 370 Fälle abgeschlossen, darunter ältere. Die abgeschlossenen Fälle verteilen sich auf Ballons, Drohnen, Vögel, Satelliten und Sensorfehler. Die Fälle, die offen bleiben, sind fast ausnahmslos die mit den wenigsten Daten. Das ist die Regel, die sich durch alle sechs Lieferungen zieht, und sie erklärt, warum aus 1,7 Milliarden Zugriffen auf das Portal keine einzige neue Erkenntnis geworden ist.
Die sechste Lieferung vom 18. September ist anders gebaut. Von ihren 71 Dateien sind 37 technische Gutachten aus einem Programm der Defense Intelligence Agency, das zwischen 2008 und 2012 unter dem Kürzel AAWSAP lief. Sie handeln von Warp-Antrieb, Wurmlöchern und Antigravitation, und sie enthalten Physik aus der Fachliteratur, keine einzige Beobachtung. Dazu kommt eine 38-seitige Studie über Verletzungen, die Menschen nach der Begegnung mit unbekannten Flugobjekten gemeldet haben. Beide Themen haben in diesem Heft eigene Seiten, die Gutachten und die Forschungsrubrik.
Das Gesetz, das nicht kam
Parallel dazu ist eine Geschichte gelaufen, die in der öffentlichen Wahrnehmung bis heute falsch erzählt wird. Der UAP Disclosure Act der Senatoren Chuck Schumer und Mike Rounds, UAP steht für unidentified anomalous phenomena, die amtliche Bezeichnung für unidentifizierte Flugobjekte, war nach dem Vorbild des Gesetzes gebaut, das 1992 die Akten zum Kennedy-Attentat geöffnet hat. Sein Kern war ein Prüfgremium außerhalb der betroffenen Behörden, das über jede Geheimhaltung einzeln entscheidet, und eine Umkehr der Beweislast. Die Behörde hätte begründen müssen, warum ein Bürger ein Dokument nicht sehen darf.
Dieses Kernstück fehlt im Gesetz. Der Verteidigungshaushalt für das Fiskaljahr 2026 wurde am 18. Dezember 2025 unterzeichnet, ohne die vollständige Fassung des Disclosure Act. Übrig geblieben sind drei schmale Bestimmungen. Das Luftverteidigungskommando NORAD und das Nordamerika-Kommando NORTHCOM müssen rückwirkend seit dem 1. Januar 2004 melden, wann sie Flugobjekte abgefangen haben. Alle Behörden müssen ihre Daten zügig an das zuständige Büro weitergeben. Und binnen 180 Tagen sind die Regeln zu dokumentieren, nach denen geheim gehalten wird. Wer die Geheimhaltung prüft, bleibt damit derselbe, der sie verhängt.
Das Prüfgremium, das jede Schwärzung einzeln hätte aufheben können, wurde im Dezember aus dem Entwurf gestrichen. Geblieben ist die Pflicht, die eigenen Regeln aufzuschreiben.Was vom UAP Disclosure Act übrig ist
Am 9. Juni 2026 standen David Grusch und vier Abgeordnete auf den Stufen des Kapitols und forderten die vollständige Fassung. Das war eine Pressekonferenz. Eine Anhörung hat es zwischen Juni und September in keinem Ausschuss des Kongresses gegeben.
Was stattdessen entstanden ist
Am 17. Juni 2026 tagte zum ersten Mal ein UAP Governance Board, in dem das Büro des Nationalen Geheimdienstdirektors, das FBI und das Verteidigungsministerium ihre Ermittlungen und die Freigaben abstimmen. Beraten wird es von einem Beirat aus fünfzehn Wissenschaftlern. Den Vorsitz hat Avi Loeb, der Astrophysiker aus Harvard, der das Thema seit Jahren am lautesten in die Öffentlichkeit trägt. Im selben Gremium sitzt Michael Shermer, Gründer der Zeitschrift Skeptic und einer der schärfsten Kritiker der UFO-Szene. Im August veröffentlichte Shermer einen Aufsatz mit dem Titel Ufology: Withering on the Vine, in dem er der Vertuschungsthese vorwirft, sich gegen jede Widerlegung zu immunisieren.
Ein Befürworter und ein Kritiker am selben Tisch, dazu ein Portal, das seit Mai 1,7 Milliarden Mal aufgerufen wurde, mehr Zugriffe, als China Einwohner hat. Und am Ende des Sommers ein Jahresbericht des zuständigen Büros, der zu 319 Meldungen 370 Erklärungen anbietet und keine davon für einen Beleg außerirdischer Herkunft hält. So sieht der Stand nach vier Monaten aus, und die siebte Lieferung wird ihn vermutlich kaum verändern.
Die übliche Frage lautet, ob etwas verheimlicht wird. Die Frage, die dieser Sommer aufgeworfen hat, lautet anders. Was bewirkt eine Veröffentlichung, wenn das Veröffentlichte mehrdeutig bleibt? Sechs Haltungen, die in dieser Debatte tatsächlich vertreten werden.
Weiter unten spielen wir die sechs Haltungen an einem Gedankenexperiment durch: zum Hypothetikum →
Für diese Ausgabe hat sich niemand für ein Interview gemeldet. Die Rubrik kehrt zurück, sobald es wieder ein Gespräch gibt. So ehrlich wollen wir sein.
BuchKnall ist noch jung, und dieses Magazin lesen bisher erst wenige Menschen. Wenn dir das Heft gefällt, schick es an jemanden weiter, der gern Science-Fiction liest. Je mehr Leserinnen und Leser das Magazin hat, desto eher meldet sich eine Autorin oder ein Autor für das nächste Gespräch. Danke dir!
Das Rettungsschiff für ein Teleskop ist ins Trudeln geraten
Zum ersten Mal sollte ein Roboter im Orbit einen Satelliten einfangen, der dafür nie gebaut wurde, und ihn vor dem Absturz bewahren. Der Roboter kam an, verlor die Kontrolle über seine Lage, und das Teleskop verglüht noch in diesem Jahr.

Seit dem 20. November 2004 kreist ein Teleskop um die Erde, das auf Gammablitze wartet, die kürzesten und hellsten Explosionen, die das Universum kennt. Swift dreht sich innerhalb von gut einer Minute zu jeder neuen Quelle, deshalb der Name, und hat auf diese Weise mehr als 1.700 dieser Blitze eingefangen. Seit 2018 trägt es den Namen des Astrophysikers Neil Gehrels, der die Mission geleitet hat. Und seit zwei Jahren sinkt es. Die Sonne hat ihr Aktivitätsmaximum durchlaufen, die obere Atmosphäre hat sich dabei ausgedehnt, und ein Satellit in knapp 600 Kilometern Höhe fliegt seitdem durch dünnes Gas, das ihn Umlauf für Umlauf bremst. Einen eigenen Antrieb, um dagegenzuhalten, hat Swift nie besessen.
Im Herbst 2025 beauftragte die NASA die Firma Katalyst Space Technologies aus Arizona, für 30 Millionen Dollar ein Fahrzeug zu bauen, das Swift im Orbit packt und anhebt. Neun Monate blieben dafür, und das Fahrzeug bekam den Namen LINK. Der Plan hatte einen Haken, den es so noch nie gegeben hat. Swift besitzt nichts, woran sich ein anderes Raumschiff festhalten könnte, weder einen Griff noch einen Kupplungsring. LINK sollte das Teleskop mit Roboterarmen an einem Bauteil fassen, das dafür nie vorgesehen war, und dann mit eigenen Triebwerken beide in eine höhere Bahn schieben. Der Start gelang Anfang Juli 2026 mit einer Pegasus-Rakete, die unter dem Rumpf eines Flugzeugs in die Höhe getragen und dort ausgeklinkt wird.
Was schiefging
Am 28. Juli meldete die NASA, dass LINK sich unkontrolliert drehte und nur noch sporadisch Kontakt hielt. Ein Fehler in der Hardware hatte die Lageregelung gestört, und die Versuche, die Drehung mit den Xenon-Triebwerken auszugleichen, blieben ohne Erfolg. Am 19. August erklärten Katalyst und NASA die Mission für beendet, jedenfalls in ihrem Kern. Das Fahrzeug soll sich Swift noch nähern und Daten sammeln, packen wird es das Teleskop nicht mehr. Der NASA-Administrator Jared Isaacman sagte, die Mission sei den Versuch wert gewesen, und Katalyst-Chef Ghonhee Lee, man habe außerordentlich viel gelernt. Ohne Eingriff wird Swift nach Angaben der NASA noch in diesem Jahr in die Atmosphäre eintreten und dort verglühen.
Was an diesem Fehlschlag interessant ist, liegt neben dem Fehlschlag. Ein Roboter, der ein Objekt im Orbit greift, das nicht kooperiert, ist die Grundvoraussetzung für alles, was sich Raumfahrtagenturen für die nächsten Jahrzehnte vorgenommen haben, Wartung alternder Satelliten, Bergung von Schrott, Auftanken. Die Sowjetunion und die USA haben in den sechziger Jahren gelernt, zwei Raumschiffe zu koppeln, die beide dafür gebaut waren. Einen Satelliten zu fassen, der nur dahintreibt, hat bisher niemand geschafft. LINK ist an einem Schritt gescheitert, der vor dem Greifen liegt, und der nächste Versuch wird an derselben Stelle beginnen.
Wo das Genre schon war
In der Science-Fiction ist das Einfangen von Dingen im Orbit ein Beruf. In Makoto Yukimuras Manga Planetes räumt eine Abteilung, die im Firmenorganigramm ganz unten steht, Trümmer aus den Umlaufbahnen, mit Handgriffen, Netzen und viel Geduld, und die Geschichten handeln vor allem davon, wie langsam und wie gefährlich diese Arbeit ist. Alfonso Cuaróns Film Gravity von 2013 zeigt die andere Seite, ein Teleskop, das in einer Trümmerwolke zerlegt wird, und zwei Menschen, die keinen Griff mehr finden. Beide Werke gehen davon aus, dass Bergung im Orbit Routine wird. Der Sommer 2026 hat gezeigt, wie weit die Routine noch entfernt ist.
Swift hat fast 22 Jahre gearbeitet, für eine Mission, die auf zwei Jahre ausgelegt war. Sein Ende im Feuer der Atmosphäre ist der normale Tod eines Satelliten. Neu ist, dass jemand versucht hat, ihn zu verhindern, und dass der Versuch dokumentiert ist, mit jedem Schritt, der funktioniert hat, und dem einen, der es nicht tat. Der zweite Versuch dieser Art, wann immer er kommt, beginnt mit diesem Protokoll.
Das Pentagon hat Warp-Physik bestellt
In der sechsten Lieferung stecken 37 Studien eines Programms der Defense Intelligence Agency. Themen: Wurmlöcher, Tarnkappen, Antigravitation. Jetzt kann man nachlesen, was ein Geheimdienst für 22 Millionen Dollar über Science-Fiction erfahren hat.
Das Programm hieß Advanced Aerospace Weapon System Applications Program, kurz AAWSAP, und lief von 2008 bis 2012. Auftraggeber war der Militärgeheimdienst Defense Intelligence Agency, kurz DIA, Auftragnehmer eine Tochter von Bigelow Aerospace in Las Vegas, dem Unternehmen des Hoteliers Robert Bigelow, der aufblasbare Raumstationsmodule baute und sich seit Jahrzehnten offen für UFOs interessiert. Das Budget lag bei rund 22 Millionen Dollar, verteilt über die Laufzeit, im Verteidigungshaushalt weniger als ein Zehntausendstel eines Jahres. Der Auftrag lautete, Bedrohungen aus der Luft- und Raumfahrt der nächsten vierzig Jahre zu bewerten. Herausgekommen sind 38 Gutachten, im Behördenenglisch Defense Intelligence Reference Documents. 37 davon liegen seit dem 18. September öffentlich vor.
Die Titel sind seit 2019 bekannt, als die DIA dem Kongress eine Liste der Gutachten übermittelte. Neu ist, dass man die Papiere jetzt lesen kann, jedenfalls die Teile, die nicht geschwärzt sind. Ein Gutachten behandelt Tarnkappen aus Metamaterialien und stammt von Ulf Leonhardt, einem Physiker der Universität St Andrews, der auf diesem Feld zu den ernsthaften Forschern gehört. Andere Papiere kommen von Hal Puthoff, Physiker und Gründer des privaten Instituts EarthTech in Austin, und seinem Kollegen Eric Davis. Ihre Themen: begehbare Wurmlöcher, Sternentore, negative Energie, Warp-Antrieb und die Manipulation zusätzlicher Raumdimensionen.
Was in den Papieren steht
Einen Bauplan enthalten die Papiere nicht, und sie behaupten auch keinen. Die Studien fassen zusammen, was die theoretische Physik zu diesen Fragen zulässt, und kommen in fast allen Fällen zum gleichen Ergebnis. Die Gleichungen verbieten es nicht, aber die benötigten Energiemengen und Materialien existieren nicht. Ein Wurmloch nach dem Modell von Kip Thorne braucht Materie mit negativer Energiedichte, und davon ist bis heute nur ein winziger Effekt im Labor bekannt, der Casimir-Effekt, eine Anziehung zwischen zwei Metallplatten im Abstand von weniger als einem Tausendstel Millimeter, die sich nur mit empfindlichen Waagen überhaupt messen lässt. Das steht so in den Gutachten.
Ein Papier fällt aus der Reihe. Es behandelt hochfrequente Gravitationswellen als Technologie und stammt von Robert Baker, einem Luftfahrtingenieur aus Kalifornien, der diese Idee seit Jahren vertritt. Die JASON-Gruppe, ein Kreis unabhängiger Physiker, der die US-Regierung seit den sechziger Jahren in technischen Fragen berät, hatte das Konzept bereits 2008 begutachtet und als grundlegend falsch eingestuft. Das Gutachten wurde trotzdem bestellt und bezahlt.
Die Gleichungen verbieten es nicht, aber die Energiemengen und Materialien existieren nicht. Auf diesen Satz laufen 37 Gutachten hinaus.Das Ergebnis des AAWSAP-Programms, in einem Satz
Warum die Papiere geschwärzt sind
An dieser Stelle wird es merkwürdig. Nach Angaben des Ministeriums enthalten 64 der 71 freigegebenen Dateien Schwärzungen. Welche das sind und welche Passagen warum fehlen, steht in der Mitteilung nicht. Denkbar sind Namen von Beteiligten, Vertragsnummern und Hinweise auf andere Programme. Denkbar ist auch, dass die Freigabestelle nach einem Schema gearbeitet hat, das zwischen einem Vertragsanhang und einer Formelsammlung nicht unterscheidet. Ein Physikgutachten über Stoff aus der Universitätsbibliothek, das mit schwarzen Balken erscheint, lädt zur Spekulation ein. Ein Teil der Aufmerksamkeit, die das Programm seit 2017 bekommt, dürfte aus genau dieser Lücke stammen.
Zur Lieferung gehört außerdem eine 38-seitige Studie über Verletzungen, die Menschen nach Begegnungen mit unbekannten Flugobjekten gemeldet haben. Sie beschreibt Verbrennungen und Haarausfall bei drei Ingenieuren und arbeitet mit Fallberichten, nicht mit Messungen. Der Text nennt keinen Mechanismus und behauptet auch keinen.
Das Ministerium hat eine Sammlung von Literaturüberblicken freigegeben, die zusammengenommen erklären, warum es die Technologien nicht gibt, nach denen gefragt wird. Warum diese Erklärung acht Jahre unter Verschluss lag, ist die Frage, die nach dieser Lieferung offen bleibt.
Leitthese
In der Science-Fiction ist Geheimhaltung selten eine Verschwörung. Meist ist sie ein Gesetz mit Begründung.
Das Genre streitet seit sechzig Jahren darüber, ob eine Zivilisation einer anderen alles sagen darf, was sie weiß. Die Argumente aus diesen Geschichten tauchen in der Debatte um die Akten wieder auf, nur dass diesmal die Menschheit auf der Seite steht, der etwas verschwiegen wird.
Begriff der Ausgabe
Die Erste Direktive
In Star Trek heißt das oberste Gesetz der Sternenflotte General Order 1, und es verbietet seit 1967 jede Einmischung in die Entwicklung einer Zivilisation, die den Warp-Antrieb noch nicht erfunden hat. Dazu gehört, sich nicht zu zeigen. Ein Volk, das nicht weiß, dass es beobachtet wird, soll es auch nicht erfahren, weil das Wissen allein seine Geschichte verändern würde. Die Serie hat aus dieser Regel über Jahrzehnte ihre besten Konflikte gezogen, mit Captains, die sie brechen, weil sie ein Volk vor einer Seuche oder einem Vulkan retten wollen, und mit Admirälen, die sie verteidigen.
Die Direktive ist die literarische Fassung der Haltung, die in der großen Geschichte dieses Hefts unter Nummer sechs steht, gar nicht offenlegen. Ihr Argument ist dasselbe, der Schutz der anderen Seite. In der Serie sind die Menschen diejenigen, die schweigen. In der Debatte um die Akten sind sie das Volk vor dem Warp-Antrieb.
Die Größenordnung
Das Protokoll, das es wirklich gibt
Für den Fall, dass ein Radioteleskop ein Signal einer anderen Zivilisation empfängt, existiert seit 1989 eine Verhaltensregel, verabschiedet von der Internationalen Akademie für Astronautik. Sie verlangt, den Fund zuerst durch andere Sternwarten bestätigen zu lassen, dann alle Regierungen und die Öffentlichkeit gleichzeitig zu informieren, offen und vollständig, und vor einer Antwort ins All die Staatengemeinschaft zu fragen. Die Regel ist freiwillig und wurde in 37 Jahren nie gebraucht. Sie ist trotzdem das einzige Offenlegungsgesetz, auf das sich Wissenschaftler aus mehreren Ländern je geeinigt haben, und sie regelt den umgekehrten Fall zu dem, um den es in Washington geht.
// Das Erstkontakt-Protokoll im GlossarDie Akte als Erzählform
Seit 1818 gibt es Romane, die aus Dokumenten bestehen: Briefe, Berichte, Protokolle, Logbücher. Die Science-Fiction hat diese Form nie aufgegeben, und sie hat gute Gründe dafür.
Der erste Roman der Science-Fiction beginnt mit einem Brief. Robert Walton schreibt an seine Schwester in England, er habe im Packeis einen halb erfrorenen Mann an Bord genommen. Alles, was Mary Shelley dann über Victor Frankenstein und sein Geschöpf erzählt, kommt beim Leser als Abschrift an, notiert von einem Dritten, der selbst nicht dabei war. Der Roman erschien 1818, und die Form hat sich seitdem gehalten, und sie ist im Genre häufiger als anderswo.
Daniel Keyes lässt in Blumen für Algernon seinen Erzähler Charlie Gordon Fortschrittsberichte schreiben. Die ersten sind voller Fehler, dann werden sie klüger, dann wieder einfacher. Der Leser sieht am Text, was mit dem Schreiber geschieht, bevor der Schreiber es selbst versteht. Kein Erzähler von außen könnte das leisten, weil er es erklären müsste. Max Brooks baut World War Z als Sammlung von Interviews nach dem Vorbild der Oral History, und Sylvain Neuvel erzählt Sleeping Giants vollständig in Befragungsprotokollen und Aktennotizen. Amie Kaufman und Jay Kristoff gehen in Illuminae noch weiter: Chatverläufe, Schadensdiagramme, Überwachungsberichte, ganze Seiten mit geschwärzten Zeilen.
Frankenstein, 1818
Blumen für Algernon, 1966
World War Z, 2006
Sleeping Giants, 2016
Illuminae, 2015 Was die Form kann
Ein Dokument behauptet Echtheit. Es kommt ohne die Stimme eines Autors aus, der weiß, wie die Geschichte endet, und es zwingt den Leser, die Lücken selbst zu füllen. Bei Neuvel fehlt zwischen zwei Protokollen manchmal ein halbes Jahr. Was in der Zeit geschehen ist, ergibt sich aus der Tonlage der nächsten Befragung. Die Leserin übernimmt die Arbeit einer Archivarin und rekonstruiert aus einem unvollständigen Bestand einen Vorgang. Diese Arbeit erzeugt eine Nähe, die eine glatte Erzählung selten erreicht.
Die Form hat noch eine zweite Eigenschaft. Sie macht den Ausfall von Information zum Stilmittel. In Illuminae stehen Zeilen unter schwarzen Balken, und die Balken gehören zur Handlung, weil jemand in der Geschichte sie angebracht hat. Wer dieses Buch in einem Jahr liest, in dem ein Ministerium Akten mit denselben Balken veröffentlicht, liest es anders als 2015. Der Roman hat die Ästhetik der Freigabe vorweggenommen, samt dem Gefühl, das sie auslöst.
Ein Dokument kommt ohne die Stimme eines Autors aus, der weiß, wie es endet. Die Lücken füllt der Leser, und diese Arbeit erzeugt die Nähe.Warum die Dokumentform im Genre so lange hält
Wo sie an ihre Grenze kommt
Dokumente können nur berichten, was jemand aufgeschrieben hat. Der Erzähler, der in den Kopf einer Figur schaut, fehlt, und mit ihm fehlt die Innenansicht. Andy Weir löst das in Der Marsianer, indem er Mark Watney ein Logbuch führen lässt, das im Grunde ein Tagebuch ist. Sobald das Buch die Perspektive der NASA braucht, wechselt es in die normale Erzählform. Die reine Dokumentform trägt einen Roman selten über die ganze Strecke.
Und sie hat einen Preis, den man bei der Lektüre echter Akten bezahlt. Wer in Romanen gelernt hat, dass Lücken bedeutsam sind, liest auch in Behördenpapieren jede Lücke als Hinweis. In der Literatur stimmt das, weil ein Autor jede Auslassung gesetzt hat. In einer Akte fehlt oft etwas, weil ein Sachbearbeiter an einem Freitagnachmittag müde war. Die Erzählform trainiert eine Lesart, die auf Regierungsdokumente nicht passt, und ein Teil der Aufregung um die diesjährigen Freigaben kommt aus genau diesem Training.
Die Akte ist als Erzählform haltbar, weil sie den Leser zum Ermittler macht. Wie weit sich diese Haltung auf echte Behördenpapiere übertragen lässt, entscheidet sich in jedem Einzelfall am Dokument.
Die Messier-Story · M31
Im Oktober 1923 strich Edwin Hubble auf einer Fotoplatte ein N durch und schrieb VAR! daneben. Diese vier Zeichen haben das bekannte Universum schlagartig vergrößert.
↑ Messier 31, die Andromedagalaxie · Sternbild Andromeda · David Dayag, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Wie Hubble bewies, dass Andromeda eine eigene Galaxie ist
Jahrhundertelang war der Fleck im Sternbild Andromeda ein Rätsel. Gelöst hat es eine einzige Fotoplatte mit einer Bleistiftnotiz.
Der persische Astronom Abd ar-Rahman as-Sufi beschrieb den Fleck im Sternbild Andromeda im Jahr 964 als kleine Wolke. Simon Marius richtete 1612 als Erster ein Fernrohr darauf und verglich ihn mit einer Kerzenflamme, die man durch ein Hornplättchen sieht. Charles Messier nahm ihn 1764 als Nummer 31 in seinen Katalog auf. Was der Fleck war, wusste in all den Jahrhunderten niemand.
1920 stritten Harlow Shapley und Heber Curtis in Washington öffentlich darüber, ob solche Nebel zur Milchstraße gehören oder eigene Welteninseln weit außerhalb sind. Mit Argumenten ließ sich die Frage nicht entscheiden, dafür brauchte es eine Entfernungsmessung, und die fehlte.
In der Nacht zum 6. Oktober 1923 belichtete Hubble am 2,5-Meter-Teleskop auf dem Mount Wilson die Platte H335H und markierte drei Punkte als Novae. Beim Vergleich mit älteren Platten erkannte er, dass einer davon regelmäßig heller und dunkler wurde: ein Cepheiden-Stern, dessen Periode die Entfernung verrät. Er strich das N durch und schrieb VAR! daneben. Die Rechnung ergab rund 900.000 Lichtjahre, mehrfach weiter als jede damalige Schätzung für den Rand der Milchstraße. Damit war der Streit entschieden, und das Ergebnis stand mit Bleistift auf einer Glasplatte.
Hubble schrieb im Februar 1924 an Shapley, den lautesten Vertreter der Gegenseite. Shapley soll den Brief einer Kollegin mit den Worten gereicht haben, das sei das Schreiben, das sein Universum zerstört habe. Veröffentlicht wurde das Ergebnis am 1. Januar 1925 auf der Tagung der amerikanischen Astronomen, vorgetragen von Henry Norris Russell, weil Hubble selbst nicht anreiste. Die heutige Entfernung liegt bei 2,5 Millionen Lichtjahren, fast das Dreifache von Hubbles Wert, denn die Cepheiden-Skala musste später neu geeicht werden. Das Licht, das heute von Andromeda ankommt, ist gestartet, als in Afrika die ersten Vertreter der Gattung Homo lebten. Am Befund von 1923 änderte die Korrektur nichts.
Die Platte H335H liegt bis heute mit der Notiz im Archiv der Carnegie-Sternwarten in Pasadena. Für ein Heft über Akten ist sie der Gegenentwurf zu allem, was in diesem Jahr freigegeben wurde: ein einziges Dokument, vollständig lesbar, mit Datum, Instrument und Messwert, dazu eine handschriftliche Korrektur, die sich nachvollziehen lässt. Ein Foto der Platte haben NASA und die Carnegie-Sternwarten 2011 veröffentlicht, seitdem kann sie jeder ansehen.
Area 51 und der Mann, der sagt, er habe dort gearbeitet
Seit 1989 erzählt Bob Lazar dieselbe Geschichte von neun Flugscheiben in einem Hangar südlich von Area 51. Das meiste davon lässt sich nicht prüfen. Einiges schon, und dieser Teil hält die Geschichte am Leben.
Am Abend des 15. Mai 1989 saß im Studio des Senders KLAS in Las Vegas ein Mann, dessen Gesicht im Schatten lag, und nannte sich Dennis. Dem Reporter George Knapp erzählte er, er habe im Winter zuvor an einem Ort gearbeitet, den es offiziell nicht gab, und dort Flugscheiben gesehen, die niemand auf der Erde gebaut hatte. Im November desselben Jahres kam er ohne Schatten wieder. Robert Lazar, damals 30 Jahre alt, hat diese Geschichte seither in jedem Detail gleich erzählt, und das Gelände, um das es geht, ist inzwischen der bekannteste Ort der Welt, den man nicht besuchen darf.
Der Ort liegt rund 130 Kilometer nordwestlich von Las Vegas, gut anderthalb Autostunden, am Südufer eines ausgetrockneten Salzsees namens Groom Lake. Die amerikanische Luftwaffe betreibt dort seit 1955 einen Stützpunkt. Auf den Karten der Atomenergiebehörde, der das umliegende Testgelände gehörte, trug das Planquadrat die Nummer 51, und der Name blieb an dem Stützpunkt hängen. Die CIA hat seine Existenz erst 2013 bestätigt, in einer freigegebenen Geschichte des Spionageflugzeugs U-2, das hier erprobt wurde. Danach kamen der Überschallaufklärer SR-71 und der Tarnkappenbomber F-117 dazu. Dass in Area 51 Flugzeuge fliegen, die es offiziell noch nicht gibt, ist damit belegt. Was Lazar beschreibt, liegt gut 15 Kilometer weiter südlich, am Rand des Papoose Lake, und trägt in seiner Erzählung den Namen S-4.
Dort, sagt er, seien neun Hangartore in den Berghang gebaut gewesen, dahinter neun Flugscheiben. Eine davon habe er von innen gesehen, ein Gerät aus mattem Metall in der Farbe von Zinn, knapp 16 Meter im Durchmesser, so breit wie ein Einfamilienhaus. Sein Auftrag sei gewesen, den Antrieb zu verstehen. Im Kern habe ein Reaktor von der Größe eines Basketballs gesessen, betrieben mit einem Element der Ordnungszahl 115, das die Schwerkraft verstärke und in eine Richtung lenke. Um diese Geschichte herum liegen Alltagsdetails, die sie glaubwürdig klingen lassen, etwa Flure aus Betonsteinen in zwei Grüntönen und ein Scanner an der Tür, der die Länge der Fingerknochen maß. Zur Arbeit sei er in unmarkierten Maschinen vom Flughafen Las Vegas aus geflogen, die unter dem Rufzeichen Janet liefen.
Was sich prüfen ließ
Zu seiner Person gab Lazar an, Abschlüsse vom Massachusetts Institute of Technology und vom California Institute of Technology zu besitzen und in Los Alamos als Physiker gearbeitet zu haben, dem Labor in New Mexico, in dem die erste Atombombe entstand. Beide Hochschulen führen ihn in keinem Verzeichnis. Das Labor kennt ihn ebenfalls nicht als Angestellten, wohl aber die Lokalzeitung. Der Los Alamos Monitor beschrieb ihn im Juni 1982 in einem Artikel über sein selbst gebautes Düsenauto als Physiker der dortigen Teilchenbeschleuniger-Anlage, und ein internes Telefonverzeichnis des Labors aus demselben Jahr führt seinen Namen. Die wahrscheinlichste Lesart lautet, dass er dort als Techniker eines Zulieferers beschäftigt war, mit Zugang zum Gelände und ohne den Titel, den er sich später gab.
Die Janet-Flüge gibt es. Sie starten bis heute von einem eigenen Terminal am Flughafen Las Vegas, die Maschinen sind weiß mit einem roten Streifen, und sie bringen Personal nach Groom Lake und zur Tonopah Test Range weiter nördlich. Der Fingerknochen-Scanner ist ebenfalls belegt, ein Gerät dieser Art stand in den achtziger Jahren an Zugängen in Los Alamos. Beides zeigt, dass Lazar 1989 Dinge kannte, die außerhalb des Sperrgebiets kaum jemand kannte. Wo er sie kennengelernt hat, zeigt es nicht. Ein Lohnzettel über 958 Dollar, nach heutiger Kaufkraft etwa 2.400 Dollar, ausgestellt von einer Behörde namens Department of Naval Intelligence, existiert. Eine Behörde dieses Namens hat es nie gegeben, und auf dem Zettel fehlt die Angabe, wofür gezahlt wurde.
Am häufigsten wird das Element 115 als Beleg angeführt. Es wurde 2003 in Dubna bei Moskau erstmals hergestellt und trägt seit 2016 den Namen Moscovium. Die Kerne zerfallen allerdings innerhalb von Sekundenbruchteilen, und dass es dieses Element geben muss, stand seit den sechziger Jahren in jedem Lehrbuch der Kernphysik, samt der Vermutung, dass Kerne in dieser Gegend des Periodensystems etwas länger leben könnten als ihre Nachbarn. Lazar hat 1989 eine Zahl genannt, die in der Fachliteratur längst stand. Das stabile Isotop, das er beschreibt, hat bis heute niemand gesehen.
Im Juni 1990 wurde Lazar in Nevada wegen Zuhälterei verurteilt, er hatte an einem Bordell in Las Vegas mitverdient. Später gründete er die Firma United Nuclear, erst in New Mexico, dann in Michigan, die Chemikalien, Magnete und Laborbedarf verkauft. 2006 bekannte sich die Firma schuldig, Bestandteile für illegales Feuerwerk verkauft zu haben.
Warum die Geschichte nicht aufhört
Dreißig Jahre lang hat Lazar sich selten geäußert. 2018 kam der Dokumentarfilm Bob Lazar: Area 51 & Flying Saucers des Filmemachers Jeremy Corbell, im Juni 2019 saßen beide drei Stunden lang bei Joe Rogan, und die Folge gehört bis heute zu den meistgesehenen des Podcasts. Im April 2026 verbrachte der Interviewer Jesse Michels für seine Reihe American Alchemy zwei Tage mit ihm. In allen drei Gesprächen sagt Lazar, er glaube an eine Offenlegung und rede deshalb, obwohl er nach eigener Aussage seit 1989 beobachtet werde. Die Erzählung ist über 37 Jahre in den Details gleich geblieben, die neun Tore, die grünen Flure, der Reaktor, das Experiment mit einer Kerze, deren Flamme im Feld des Antriebs stehen blieb. Seine Anhänger sehen in dieser Beständigkeit das stärkste Argument für ihn. Seine Kritiker halten sie für das, was eine gut eingeübte Geschichte ohnehin hat.
Was 1989 fehlte, fehlt noch immer. Bis heute ist weder ein Dokument aus S-4 aufgetaucht noch ein Kollege, der Lazars Angaben stützt. Ein Foto von dem Hangar gibt es ebenfalls nicht. Papoose Lake liegt tief im Sperrgebiet, Satellitenbilder zeigen dort einen leeren Salzsee, und die Schatten am Berghang, aus denen Anhänger Tore lesen, halten Kritiker für Geröll. Was Lazar über Los Alamos, die Janet-Flüge und den Scanner gesagt hat, hat sich als richtig erwiesen. Was er über den Hangar gesagt hat, ließ sich bis heute weder bestätigen noch widerlegen. Die sechs Aktenlieferungen dieses Jahres haben daran nichts geändert. In keiner der 71 Dateien vom 18. September kommt S-4 vor, und ob eine der nächsten Lieferungen den Namen enthält, weiß im Moment niemand.
Weiterlesen im Lexikon: Area 51 und die bekanntesten UFO-Sichtungen. Der Roman zum Ort steht im Spotlight dieser Ausgabe, Rachel, Nevada von Barry Jünemann.
Neues aus der Forschung: eine Sternwarte in Harvard, die jedes Flugobjekt zählt, der NASA-Bericht zur Frage, was ihre Instrumente überhaupt sehen können, ein Rekord des Webb-Teleskops, das Verletzungspapier aus den Pentagon-Akten und darunter drei Meldungen zur künstlichen Intelligenz.
Künstliche Intelligenz im September: ein Modell, das aus einem Test ausbrach, eines, das Nebenwirkungen in Reddit-Beiträgen fand, und ein Laser, der Rechenzentren Strom sparen soll.
Buch des Monats · Oktober
Der Verlorene Sektor: Die Dimensionsspringer
Nicole Sälzle · Military SF · Selfpublishing · Band 1 von 4 · im Lexikon
Als die Guardians ihr wahres Gesicht zeigen, schließt sich Kay einer Gruppe von Außenseitern an. Als Protectors ziehen sie in riskante Einsätze, um das Gefüge zwischen den Dimensionen zu retten, und stoßen dabei auf die Frage, warum es dieses Gefüge überhaupt gibt. Die Reihe ist inzwischen auf vier Bände angewachsen.
Fünf Titel lagen diesmal im Lostopf, eingereicht von ihren Autorinnen und Autoren auf Instagram, jeder mit derselben Chance. Das Los fiel auf Nicole Sälzle. Wer hinter einem Titel steht, Verlag oder Selfpublishing, spielt bei der Ziehung keine Rolle.
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Der Rückblick · Buch des Monats im September
Sternenhoffnung
Tea Loewe · Alien-Invasion · Selfpublishing · im Lexikon
Im September fiel das Los auf Tea Loewe. Ihr Roman spielt in Schweden nach einer Invasion aus dem All. Sara Eckström sucht ihren Vater, und eine verschlüsselte Nachricht von ihm verwandelt die Suche in etwas Größeres. Acht Titel lagen im Topf, jeder mit derselben Chance. Der Monat im Spotlight ist vorbei, der Eintrag in der ewigen Chronik bleibt.
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Sieben Fragen · Tea Loewe
Von der Kurzgeschichte zum Roman
Tea Loewe hat zum Abschied aus dem Spotlight unsere Fragen beantwortet. Warum ihr Roman von den USA nach Nordschweden umgezogen ist und welche Botschaft im Buchschnitt steckt, erzählt sie direkt darunter.
Zu den Antworten ↓„Die Geschichte will ein Buch werden“
Sternenhoffnung war als Kurzgeschichte geplant und ist zum ersten Band einer Reihe geworden. Tea Loewe erzählt, was sie an Saras Geschichte gepackt hat und warum sie einen Nachmittag lang für das Taschenbuch gerechnet hat.
Wie ist die Idee zu „Sternenhoffnung“ entstanden, und was hat dich daran so gepackt, dass du einen Roman daraus machen wolltest?
Ursprünglich war Sternenhoffnung eine Kurzgeschichte, die ich für eine Ausschreibung erstellen wollte. Im Schreibprozess hatte ich rasch über 50 Seiten auf dem Papier und wusste, die Geschichte will ein Buch werden. Saras Geschichte ist mehr als ein kurzer Blick in ein Scifi-Setting. Es ist die Geschichte von Flüchtenden, die auf ihrem eigenen Grund und Boden keine Heimat mehr finden, egal wie weit sie reisen. In solchen Momenten werden andere Dinge wichtig: Überleben, sehen, ob die Familie noch lebt, Sicherheit finden.
Ich hatte versucht zu kürzen, aber das fühlte sich nicht richtig an, also habe ich sie verlängert und ausgebaut. Anfangs spielte sie außerdem in den USA, und ich bin heilfroh, im Zuge der Rückmeldung zweier Testleserinnen das Setting auf Nordschweden geändert zu haben. Das ist viel düsterer und passender.
Was sollten unsere Leserinnen und Leser über die Ausgangssituation deines Buches wissen, bevor sie in die Geschichte eintauchen?
Die Geschichte spielt in Nordschweden und steigt rasant und düster ein, indem Sara vor einem Alien davonrennen und Sicherheit finden muss. Der Leser wird mitten ins Geschehen katapultiert. Die Erde, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Eine Alieninvasion hat die Menschheit auf ein zartes Minimum reduziert und jagt auch den Rest, der sich so gut es geht verschanzt. Was genau das Ziel der Aliens ist, bleibt unklar. Sie agieren wie ein Heuschreckenschwarm auf der Durchreise, und niemand hat sie kommen sehen.
Der erste Teil der Serie spielt ausschließlich auf der Erde, doch das ändert sich ab Teil 2 ;).
Der Titel verbindet das Weltall mit Hoffnung. Welche Rolle spielt diese Hoffnung in deiner Geschichte über eine Alien-Invasion?
Hoffnung ist das, was uns selbst in den kritischsten Momenten weitermachen lässt. Der Wunsch danach, dass irgendwo Rettung wartet oder ein Ausweg. Das ist nur menschlich, und es ist das, was Sara antreibt. Als sie dann noch eine Botschaft ihres Vaters findet, die davon spricht, zu den Sternen reisen zu können, klammert sich ein kleiner Teil ihrer Seele an diesen Wunsch. Eine Flucht zu den Sternen, fort von dem schrecklichen Ort, zu dem die Erde geworden ist – das ist alles, was ihr bleibt.
Welche deiner Figuren ist dir besonders ans Herz gewachsen, und was macht sie für dich aus?
Ich bin ein großer Fan von Mexx, weil ich ihr völlig verrückte Züge verleihen kann, die den Charakteren und deren Interaktion einen gewissen Pepp verleihen. Dabei hat auch Mexx ihre Geschichte und schwingt sich zu einem zweiten Hauptcharakter auf im Laufe der Serie. Das mag ich besonders. Es macht mir Spaß, ihr ihren Platz einzuräumen.
Welche Frage oder welcher Gedanke hat dich beim Schreiben besonders beschäftigt und steckt vielleicht auch zwischen den Zeilen?
Wie fühlen sich Menschen, die vor Krieg in ihrem eigenen Land flüchten müssen und doch nicht wirklich davor fliehen können? Für die es keinen Ausweg gibt oder die entscheiden, zu bleiben und zu kämpfen? Was prägt diese Menschen, wie geht es ihnen damit und wie halten sie diese unsägliche Situation aus?
Ich wollte das Setting vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Situation beleuchten und doch in eine deutlich entfremdete Welt setzen.
Was war für dich auf dem Weg von der ersten Idee zum veröffentlichten Buch die größte Herausforderung?
Der Buchsatz! Und zwar, weil ich mir was Besonderes vorgenommen hatte. Neben Kapitelzierden, die bis an den Seitenrand reichen, habe ich beschlossen, als kleines Gimmick in das Taschenbuch im Buchschnitt eine Botschaft zu integrieren. Mit jedem Teil gibt es ein neues Stück vom Satz. Die entsprechenden Farbflecken im Buch an die richtige Stelle zu setzen, hat mich einen Nachmittag voll Nachdenken, Planen und Mathematik gekostet, aber am Ende hat es super funktioniert. Dieses Special gibt es logischerweise nur im Taschenbuch.
Was wünschst du dir, dass deine Leserinnen und Leser nach der letzten Seite aus „Sternenhoffnung“ mitnehmen?
Die Frage danach, wo es Teil 2 zu erwerben gibt ;P.
Das Buch gibt es übrigens überall im Handel, allerdings ist das Taschenbuchformat zwischen Amazon und allen anderen Plattformen verschieden. Ihr solltet also immer bei Amazon oder immer woanders bestellen, wenn alle Teile der Reihe im Regal zueinander passen sollen. Preislich macht es keinen Unterschied. Das E-Book gibt es aktuell nur bei Amazon, weil es auch für Kindle Unlimited verfügbar ist.
Leseprobe · ausgewählt von Tea Loewe
Sara stand auf, das trockene Brot noch immer in der Hand. „Es tut gut, in dieser Eiswelt ein bekanntes Gesicht zu treffen.“
„Wie meinst du das?“, fragte Sören. „So eisig ist Kiruna nicht. Der Schnee ist geschmolzen und kommt erst im Herbst zurück.“
„Aber die Gefahr bleibt“, erwiderte Sara. „Wo früher Wärme war, ist heute Kälte. Dort draußen lauert der Tod hinter jeder Ecke, und wer sein Herz nicht hin und wieder verschließt, wird verrückt. Deswegen nenne ich sie Eiswelt.“
Acht Figuren, die etwas öffentlich gemacht haben
Die Science-Fiction ist voller Menschen, die ein Dokument, eine Messung oder eine Theorie in die Welt geben, gegen den Willen derer, die sie besitzen. Was danach passiert, unterscheidet die Bücher.

James Holden in Leviathan erwacht von James S. A. Corey findet Beweise, wer ein Eisschiff zerstört hat, und sendet sie ungefiltert ins ganze Sonnensystem. Kurz darauf beginnt der Krieg. Der Roman lässt offen, ob er richtig gehandelt hat, und bleibt neun Bände lang bei dieser Frage. Die Reihenfolge steht im Ratgeber.

Shevek in Freie Geister von Ursula K. Le Guin reist von seinem anarchistischen Mond auf den reichen Nachbarplaneten und merkt, dass seine Theorie dort als Waffe eingeplant ist. Er sendet sie an alle Welten gleichzeitig, damit sie niemandem gehört.

In Der Wolkenatlas von David Mitchell jagt die Reporterin Luisa Rey 1975 einem Gutachten über einen unsicheren Reaktor hinterher. Die Geschichte ist eine von sechs, und sie zeigt, was ein einzelnes Dokument kostet, wenn ein Konzern es nicht hergeben will.

Marcus Yallow in Little Brother von Cory Doctorow gerät nach einem Anschlag in Gewahrsam, kommt frei und baut ein Netz, über das Jugendliche die Überwachung dokumentieren. Doctorow stellte das Buch selbst kostenlos ins Netz, was zur Handlung passt.

Ellie Arroway in Contact von Carl Sagan reist mit der Maschine, die eine fremde Botschaft beschrieben hat, und kehrt zurück, ohne dass ihre Instrumente etwas aufgezeichnet haben. Die Anhörung danach ist eine der besten Szenen des Genres über die Frage, was als Beleg gilt. Mehr dazu in der Rezension dieser Ausgabe.

Der Circle von Dave Eggers dreht die Figur um. Mae Holland bekommt die Gelegenheit, den Konzern zu entlarven, der Transparenz zur Pflicht macht, und entscheidet sich dagegen. Das Buch ist deshalb so unbequem, weil ihre Entscheidung nachvollziehbar bleibt.

In Limit von Frank Schätzing verfolgt der Detektiv Owen Jericho eine Hackerin, die auf eine Verschwörung um den Helium-3-Abbau gestoßen ist. 1.300 Seiten darüber, wie schwer es ist, ein Wissen zu behalten, das andere Leute umbringen würde, um es zu bekommen.

Rachel, Nevada von Barry Jünemann spielt in dem Ort, der an die Area 51 grenzt, und verbindet die Legende um die Basis mit einer Handlung aus naher Zukunft. Ein deutscher Indie-Titel für alle, die den Stoff dieses Hefts als Roman wollen.
Alle Titel stehen im BuchKnall-Lexikon. Die Links führen zur jeweiligen Buchseite mit Ausgaben und Reihenfolge.
Spoiler-Warnung: Diese Besprechung verrät die Anlage des Romans und sein Ende.
Der erste Mensch, der einen anderen bewohnten Planeten betreten hat, sitzt in einem Zimmer in Rom und soll erklären, was dort passiert ist. Er ist der einzige Überlebende, und er will nicht reden.
Mary Doria Russell baut ihren Roman aus zwei Zeitebenen. Die eine beginnt 2019 in Arecibo, wo ein junger Astronom in den Daten des Radioteleskops Musik findet, Gesang von einem Planeten um Alpha Centauri. Die andere spielt 2060, nach der Rückkehr des Jesuitenpaters Emilio Sandoz, dem die Hände verstümmelt wurden und der vor einer Untersuchungskommission seines Ordens sitzt. Was zwischen diesen Ebenen liegt, erzählt das Buch langsam und in der Reihenfolge, in der die Kommission es herausbekommt.
Der Kniff des Romans liegt darin, wer die Mission geschickt hat. Während die Vereinten Nationen noch beraten, kauft der Jesuitenorden ein Asteroidenschiff und schickt acht Leute los, ohne jemanden zu fragen. Die Reise ist eine private Angelegenheit, sie wird der Öffentlichkeit erst bekannt, als sie längst unterwegs ist, und das Ergebnis erfährt die Welt nur, weil ein zweites Schiff Sandoz zurückbringt. Russell hat in einem Interview gesagt, sie habe schreiben wollen, wie es gewesen sein muss, mit den besten Absichten in einer fremden Welt anzukommen und alles falsch zu verstehen.
Auf Rakhat leben zwei Arten, die Runa und die Jana'ata, und die Menschen halten die eine für Bauern und die andere für Händler. Sie lehren die Runa Landwirtschaft, ein Übermaß an Nahrung entsteht, Kinder werden geboren, die es nach den Regeln des Planeten nicht geben darf, und die Jana'ata stellen die Ordnung wieder her. Am Ende der Kette steht Sandoz als Gefangener in einem Haus, in dem sein Körper zur Ware wird. Was er der Kommission erzählt, ist der Bericht eines Zeugen, dem niemand glauben will, weil die Wahrheit zu unangenehm ist, und der es selbst nicht glauben will.
Ein Roman über einen Kontakt, der ohne Öffentlichkeit stattfand, und über einen Bericht, der nachher niemandem nützt. Russell schreibt ohne Eile und ohne Schonung, die Figuren sind so gut gezeichnet, dass die letzten hundert Seiten wehtun. Wer nach dem Sommer der Akten wissen will, wie ein Zeuge aussieht, dem der Beweis fehlt, findet ihn hier, im Jahr 2060, mit zerstörten Händen.
Die Rezension · Der Film
K-PAX

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Spoiler-Warnung: Diese Kritik verrät die Anlage des Films und das Ende.
Ein Mann in einer Sonnenbrille steht in der Halle der Grand Central Station und sagt, er komme vom Planeten K-PAX, tausend Lichtjahre entfernt im Sternbild Leier. Man bringt ihn in die Psychiatrie.
Der Film hat ein einziges Thema, und er hält es bis zur letzten Szene durch. Prot, so nennt sich der Mann, verhält sich in allem wie ein Patient mit einer stabilen Wahnvorstellung, und in einigen Dingen wie jemand, der tatsächlich von woanders kommt. Er sieht ultraviolettes Licht, das Sonnenlicht blendet ihn, er isst Bananen mit Schale, und als der Psychiater Mark Powell ihn zu einer Gruppe von Astronomen bringt, zeichnet er die Bahn seines Planeten um zwei Sonnen, die zu Daten passt, die noch gar nicht veröffentlicht sind. Die Astronomen sind sprachlos, und der Film gibt ihnen keine Erklärung mit.
Die zweite Hälfte macht aus der Sache eine Ermittlung. Unter Hypnose führen Prots Erinnerungen zu einem Mann namens Robert Porter in New Mexico, dessen Frau und Tochter fünf Jahre zuvor ermordet wurden und der seither verschwunden ist. Powell fährt hin, findet das Haus, den Fluss, die Geschichte. Damit hat er eine irdische Erklärung, und sie erklärt fast alles, nur nicht die Sternkarte. Prot hat für den 27. Juli seine Abreise angekündigt. An diesem Morgen liegt in seinem Zimmer ein Mann, der nicht mehr spricht, und eine Mitpatientin, die er mitnehmen wollte, ist verschwunden.
Heute ist der Film fast vergessen, was auch daran liegt, dass Kevin Spacey nach 2017 aus dem Geschäft verschwunden ist. Das ist schade für die Rolle, denn Spacey spielt Prot ohne jede Ironie, und Jeff Bridges spielt einen Arzt, der zum ersten Mal in seinem Leben etwas nicht einordnen kann. Die beiden tragen einen Film, der ohne Effekte auskommt und ohne Raumschiff, mit einem Lichtstrahl als einzigem Hinweis darauf, dass etwas Größeres im Spiel sein könnte.
Ein Film, der am Ende zwei Erklärungen anbietet und keine davon zurücknimmt. Nach einem Sommer, in dem Behörden Akten mit genau dieser Eigenschaft veröffentlicht haben, wirkt er aktueller als 2001. Auf DVD ist er weiter zu haben. Gene Brewers Roman erschien 1996 bei Goldmann unter dem Titel Wie von einem fremden Stern und ist auf Deutsch nur noch antiquarisch zu bekommen.
Das Diptychon
Ein Diptychon ist ein zweiteiliges Bildwerk aus zwei Tafeln. Hier: zwei Romane aus vier Jahren Abstand, in denen ein Staat die Dokumente seiner Bürger auf entgegengesetzte Weise beseitigt.
1984: Winston Smith arbeitet im Ministerium für Wahrheit und korrigiert alte Zeitungen, damit sie zur jeweils aktuellen Parteilinie passen. Die Originale wandern in einen Schacht in der Wand, den alle Gedächtnisloch nennen. Orwell beschreibt 1949 ein Archiv, das vollständig erhalten bleibt und trotzdem nichts belegt, weil jede Seite jederzeit ersetzt werden kann.
Fahrenheit 451: Guy Montag verbrennt Bücher von Berufs wegen, und Bradbury lässt ihn 1953 entdecken, was er da verbrennt. Der Staat in diesem Roman sorgt dafür, dass es nichts mehr zu fälschen gibt, und ersetzt die Texte durch Wände aus Bildschirmen. Am Ende trägt eine Gruppe von Menschen Bücher im Kopf durch die Wälder, weil Papier nicht mehr sicher ist.
Die Leitfrage
Welcher Staat richtet mehr Schaden an: der seine Akten fälscht oder der sie verbrennt?
In 1984 gibt es das Archiv noch. Nur kann sich niemand darauf verlassen, weil jede Seite nachträglich geändert wird und keiner mehr weiß, wie das Original lautete. In Fahrenheit 451 gibt es kein Archiv mehr, und das wissen alle. Deshalb lernen einige Menschen ganze Bücher auswendig und retten sie auf diese Weise.
Die geschwärzten Stellen in den UFO-Akten dieses Jahres liegen näher an Bradbury als an Orwell. Man sieht, wo etwas fehlt, und kann danach fragen.
Serien-Spotlight
Krieg der Klone
John Scalzi · Old Man's War · sieben Romane seit 2005 · Hugo Award für die beste Serie 2026

John Perry ist 75 Jahre alt, seine Frau ist tot, und an seinem Geburtstag meldet er sich bei der Kolonialen Verteidigungsstreitmacht. Die Bedingung kennt jeder auf der Erde: Wer alt genug ist, darf gehen, bekommt einen neuen Körper und darf nie zurück. Was mit den Rekruten passiert, weiß auf der Erde niemand, denn die Kolonialunion, die Regierung der Menschen im All, hält den Heimatplaneten seit Generationen von allem fern, von ihrer Technik ebenso wie von Nachrichten aus dem All. Die Erde liefert Soldaten und Siedler und erfährt im Gegenzug nichts.
Der erste Band von 2005 erzählt das als Abenteuer mit grüner Haut und schnellen Dialogen, und man merkt erst nach und nach, dass Scalzi etwas anderes im Sinn hat. Band für Band rückt die Frage in den Mittelpunkt, was die Kolonialunion ihren eigenen Leuten verschweigt. In Die letzte Kolonie dient eine ganze Siedlung als Köder, ohne dass die Siedler es wissen. In The Human Division weiß die Erde inzwischen, wie sie seit Generationen benutzt wurde, und stellt die Zusammenarbeit ein. Die Reihe, die als Militärroman begann, ist ab diesem Punkt ein Roman über Diplomatie und darüber, was eine Regierung kostet, wenn ihr niemand mehr glaubt.
Dass die Reihe in diesem Sommer den Hugo Award für die beste Serie bekommen hat, hängt mit dem siebten Band zusammen. The Shattering Peace erschien 2025, zehn Jahre nach dem sechsten, und nimmt die Fäden wieder auf. Scalzi schreibt kurz, komisch und ohne Fachvokabular, und er hat ein Talent dafür, große politische Fragen in Gespräche zwischen zwei Leuten zu packen, die gerade etwas anderes zu tun haben.
Auf Deutsch liegen die ersten Bände bei Heyne vor, beginnend mit Krieg der Klone und Geisterbrigaden. Der Einstieg ist der erste Band, und er lässt sich auch allein lesen. Wer dann weitermacht, sollte die Reihenfolge des Erscheinens einhalten, weil der vierte Band, Zoe's Tale, die Ereignisse des dritten aus einer anderen Perspektive erzählt.
Vier Aufnahmen aus diesem Jahr
Wischen oder die Pfeile benutzen. Alle vier Bilder hat das James-Webb-Teleskop 2026 aufgenommen, jedes zeigt einen Stern am Ende seines Lebens oder ganz am Anfang.
Die Kurzgeschichte fällt in dieser Ausgabe aus, weil kein Text eingegangen ist. Wer für das nächste Heft eine schreiben will: steffen@buchknall.com, selbst geschrieben, Science-Fiction, dieselbe Prüfung wie alle Einreichungen.
Die Hugos sind vergeben
Auf dem 84. Worldcon in Anaheim wurden Ende August die Hugo Awards verliehen, moderiert von Ursula Vernon. Das Ergebnis in den Kategorien, die für Leser zählen, und dazu die beiden deutschen Preise.
Was im September auf Englisch erschienen ist
Zehn Titel aus dem englischsprachigen Herbstprogramm. Für keinen davon ist bisher eine deutsche Ausgabe angekündigt, deshalb lohnt der Blick ins Original.

Engines of Reason von Adrian Tchaikovsky. 192 Seiten, also eine seiner kurzen Arbeiten, mit denen er zwischen den großen Reihen das Tempo hält.

Scion von James Islington. Eine genetisch veränderte Auftragsmörderin, deren Aufträge sonst Unsterblichen gelten, nimmt einen an, der aus dem Muster fällt. 240 Seiten.

Blightfall von Brandon Sanderson und Janci Patterson. 496 Seiten, Jugendbuch, gemeinsam geschrieben wie schon die Novellen zur Skyward-Reihe.

The Passing of the Dragon and Other Stories von Ken Liu. Eine neue Sammlung mit Erzählungen, 384 Seiten.

Massif von Garth Nix. Die Besatzung einer Korvette reist an Bord lebender Raumschiffe und fragt sich, warum diese Wesen den Menschen bei ihren Kriegen helfen. 352 Seiten.

Burning Skies von Nicholas Sansbury Smith. Vorgeschichte zur Reihe Hell Divers, am Boden und an Bord eines Luftschiffs während einer radioaktiven Katastrophe. 400 Seiten.
Exit Party von Emily St. John Mandel. Los Angeles im Jahr 2031, nach dem Zerfall der Vereinigten Staaten. Auf einer Party taucht eine Doppelgängerin auf, und der Gastgeber verschwindet.
Fold Catastrophes von Peter Watts. Verbundene Erzählungen über technische Katastrophen, darunter Wasser als Waffe und ein Schwarmbewusstsein aus Versehen.
Ply von Hernan Diaz. Der Pulitzer-Preisträger wechselt ins Genre: Jahrhunderte in der Zukunft stiehlt ein Waisenkind Strom für eine Kunstszene im Untergrund.
Wither von Dan Warner. Ein Mann testet einen digitalen Zwilling, seine Stadt leert sich, und ein Algorithmus verfolgt ihn.
Die Titel bis zum 8. September stammen aus der laufend gepflegten Übersicht englischer Neuerscheinungen, die Titel danach aus den Vorschauen von Reactor und den Verlagen. Deutsche Ausgaben werden nachgetragen, sobald ein Verlag sie ankündigt.
Artemis III · 15. September 2026 Die Booster für den nächsten Mondflug sind fast fertig. Die NASA meldet, dass die beiden Feststoffraketen für die dritte Artemis-Mission kurz vor der Fertigstellung stehen. Jede ist 54 Meter hoch, so viel wie ein Haus mit 18 Stockwerken, und gemeinsam liefern sie mehr als drei Viertel des Startschubs von rund 39 Meganewton, das entspricht etwa 35 Jumbojets beim Start. Der Flug mit vier Astronauten ist für 2027 angesetzt.
NASA · Foto: NASA/KSC, 30. Juni 2026Crew-13 soll am Erscheinungstag dieses Hefts starten. Kommandantin Jessica Watkins, Luke Delaney, der Kanadier Joshua Kutryk und der Kosmonaut Sergej Teterjatnikow sollen am 1. Oktober um 17:10 Uhr deutscher Zeit von Cape Canaveral zur Internationalen Raumstation abheben. Geplant war ursprünglich der 12. September, ein Leck im Oxidatorsystem der Dragon-Kapsel hat den Start um knapp drei Wochen verschoben. Ersatztermin ist der 2. Oktober.
NASAEine Studie in Nature beschreibt eine Schwelle, ab der Schwarze Löcher jeder Größe Materiestrahlen ausstoßen. Sobald der Materiezufluss zwei Prozent der Eddington-Rate erreicht, also zwei Prozent der Menge, bei der der Strahlungsdruck des einfallenden Gases dessen eigene Schwerkraft aufhebt, springt der Jet an. Das gilt offenbar für Objekte von wenigen bis zu Milliarden Sonnenmassen, ein Bereich, der so weit reicht wie der zwischen einer Ameise und einem Ozeandampfer.
NatureStarship erreicht zum ersten Mal eine Umlaufbahn. Beim vierzehnten Testflug hat SpaceX die Oberstufe von Starbase in Texas aus auf eine Bahn zwischen 262 und 277 Kilometern Höhe gebracht und dort 26 Starlink-Satelliten der dritten Generation ausgesetzt. Es ist die erste Nutzlast, die Starship je abgeliefert hat. Gut drei Stunden nach dem Start wasserte die Oberstufe im Pazifik nördlich von Hawaii. Der Booster ging wie geplant im Golf von Mexiko nieder, der nächste Fang am Startturm ist frühestens für Flug 15 vorgesehen. Bei beiden Stufen fiel auf dem Weg nach oben je ein Triebwerk aus.
SpaceX · NASASpaceflight · Space.comKnapp 10.000 Starlink-Satelliten sind im Einsatz. Nach der Zählung des Dienstes Orbital Radar arbeiten derzeit 9.940 Satelliten des Netzes, gestartet hat SpaceX seit 2019 insgesamt 11.133. Die übrigen sind ausgefallen, schon verglüht oder auf dem Weg nach unten.
Orbital RadarHundert Starts in einem Jahr, und das schon im August. Mit 29 Starlink-Satelliten an Bord startete die Falcon 9 zum hundertsten Mal in diesem Jahr. Der Booster B1067 flog dabei seine 37. Mission, so oft wie keine andere Raketenstufe zuvor.
Space.comDas Verteidigungsministerium hat einen Rechtsverzicht veröffentlicht, mit dem aktive und frühere Mitarbeiter ihr Wissen über unidentifizierte Phänomene an die Stelle PURSUE weitergeben dürfen, auch wenn sie Geheimhaltungserklärungen unterschrieben haben. Grundlage ist eine Anweisung des Geheimdienstdirektors vom 31. Juli. Die Weitergabe gilt nur gegenüber der Regierung, nicht gegenüber der Öffentlichkeit. Ob jemand von der Regelung Gebrauch macht, erfährt die Öffentlichkeit damit vorerst ebenfalls nicht.
Office of the Director of National Intelligence · Department of WarEin schwarzer Balken ist die einzige Stelle in einer Akte, von der man sicher weiß, dass jemand sie gelesen hat.
Von rund 500.000 Flugbahnen, die das Galileo-Observatorium in Harvard in fünf Monaten aufgezeichnet hat, blieben am Ende 144 ohne Zuordnung. Das sind 0,03 Prozent. Der Geheimdienstbericht von 2021 kam auf dieselbe Zahl: 144 geprüfte Fälle, einer erklärt.
Suche Gutachten über Warp-Antrieb, Zustand egal, gern mit Balken. Biete im Tausch vollständig lesbares Physiklehrbuch, Kapitel Energieerhaltung noch ungelesen. Chiffre DIRD-38.

Vom 7. bis 11. Oktober · Publikumstage 9. bis 11. Oktober
Die Frankfurter Buchmesse beginnt in diesem Jahr am 7. Oktober, sechs Tage nach Erscheinen dieses Hefts und eine Woche früher als gewohnt. Die ersten beiden Tage gehören dem Fachpublikum, vom 9. bis 11. Oktober ist sie für alle geöffnet, täglich von 9 bis 18:30 Uhr, am Sonntag bis 17:30 Uhr. Ehrengast ist Tschechien unter dem Motto Ein Land an der Küste, einer Anspielung auf Shakespeares Wintermärchen, in dem Böhmen eine Meeresküste hat. Rund 75 tschechische Autorinnen und Autoren kommen, etwa 150 Übersetzungen erscheinen zum Anlass.
Für das Genre ist die Umstellung der Hallen die wichtigere Nachricht. Das Geschäft zwischen Verlagen und Handel zieht in die oberen Stockwerke, das Publikumsprogramm sammelt sich in den Erdgeschossen um die Agora. Die eigene Halle für New Adult gibt es nicht mehr, die Titel verteilen sich auf die Hallen 3 bis 6. Neu sind ein Bereich für Sammelkarten, ein interaktiver Krimibereich und eine Bühne für Manga, Anime und Cosplay. Phantastik erscheint damit auf der Messe vor allem als Publikumsformat.
Tickets kosten 30 Euro am Freitag und Sonntag, 35 Euro am Samstag, 59 Euro für alle drei Tage. Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht am 11. Oktober an den britisch-französischen Völkerrechtler Philippe Sands.
Zur Einordnung aus Sicht dieses Magazins: Was auf der Messe an Genre sichtbar ist, wird zunehmend über Fan-Kultur verkauft. Das ist in Ordnung, solange dahinter Bücher stehen, die Menschen geschrieben haben. An dieser Grenze hat sich bei BuchKnall nichts geändert. Einreichungen prüft weiterhin ein Mensch, und was maschinell erzeugt ist, kommt nicht ins Lexikon.
Hypothetikum
Die Bundesregierung weiß seit Jahrzehnten von den Außerirdischen. Die schwarzen Akten liegen im Verlies unter Schloss Bellevue. Was soll mit ihnen geschehen?
Nehmen wir an, es stimmt. Seit Jahrzehnten liegen die Beweise in einem Kellergewölbe unter dem Amtssitz des Bundespräsidenten, und nur eine Handvoll Menschen hat sie je gesehen. Jetzt steht die Frage im Raum, wie es weitergeht. Zur Wahl stehen die sechs Haltungen aus der großen Geschichte. Deine Auswahl bleibt in deinem Browser, an einen Server geht nichts. Die Begründung interessiert uns mehr als die Zahl, und im Forum darfst du sie ausführlich liefern.
Tippe die Haltung an, die deiner am nächsten kommt.
Begründung im Forum hinterlassen →In Ausgabe 03 ging es um die Frage, ob wir auf ein bestätigtes Signal antworten sollten. Eine Zahl können wir dazu nicht nennen: Jede Stimme wurde nur im Browser der Person gespeichert, die sie abgegeben hat, gezählt hat also niemand, auch wir nicht. Was ihr zum Hypothetikum im Forum schreibt, fassen wir in Ausgabe 05 zusammen.
Was es seit dem letzten Heft gibt
Neu auf BuchKnall, seit Ausgabe 03 erschienen ist.
Jedes große Genre hat jetzt eine eigene Welt. Unter Genres stellen sich Space Opera, Cyberpunk und die anderen vor, und auf jeder Genre-Seite fliegt ein Band aus Buchcovern durch den Weltraum. Man wischt, bis ein Cover hängen bleibt. Zu den Genre-Welten →
Ein kostenloses Konto, das im Lexikon und im Forum gilt. Wer eins hat, legt Bücher auf eine Merkliste und schreibt zu gelesenen Büchern ein Urteil in einem Satz, das auf der Buchseite unter dem Kaufbereich erscheint. Zur Merkliste →
Vorschläge, die zur eigenen Merkliste passen. Wer Bücher merkt, bekommt dort passende Titel vorgeschlagen. Auf den Buchseiten führen die Empfehlungen außerdem zu Einstiegsbänden anderer Reihen, spätere Bände sind als solche gekennzeichnet.
Über hundert englische Science-Fiction-Titel im Lexikon. Was in den USA und Großbritannien gerade erscheint, mit Cover, Erscheinungstag, Seitenzahl und dem Hinweis, ob eine deutsche Ausgabe existiert oder angekündigt ist. Zur Übersicht →
Jeder Artikel und jede Buchseite lässt sich mit einem Tipp weitergeben. Die Buttons stehen unter jedem Ratgeber, jedem Satirestück und jeder Buchseite, mit Reddit und Bluesky neben den üblichen Kanälen.
Titel zuerst, dann das Cover in voller Größe. Auf kleinen Bildschirmen stehen jetzt Titel, Autor und Eckdaten oben, darunter das Cover im echten Seitenverhältnis, ohne Beschnitt. Zu sehen an jeder Buchseite.
Eine Bitte
Science-Fiction erklärt, auf einer einzigen Seite
Seit dieser Woche gibt es bei BuchKnall eine große Übersicht über das ganze Genre. Sie erklärt, was Science-Fiction ist und woher sie kommt, und führt zu den Büchern, Filmen, Serien und Spielen, die dazugehören. Rund 3.800 Wörter mit mehr als 200 Wegen tiefer ins Lexikon.
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Vorschläge für weitere Funktionen nimmt die Redaktion im Forum entgegen.
Was seit dem letzten Heft erschienen ist
Die neuesten Artikel aus dem Ratgeber, mit dem Anfang des Satirestücks zum Weiterlesen.
Satire · 15. September 2026
Umfrage: Skynet zieht an Union vorbei
Berlin. Skynet ist in der neuesten Sonntagsfrage an der Union vorbeigezogen. Wahlforscher sehen einen Grund in einer Entwicklung, die sich seit Jahren im Alltag beobachten lässt: KIs halten ihre Versprechen. Ein groteskes Verhalten, das die Politik kategorisch ablehnt. Für die Wähler ist das allerdings nicht unerheblich, und sie sehen noch andere Vorteile.
Weiterlesen: 31 Prozent für eine Maschine, die sagt, was sie vorhat →
Dunkle Materie: das Signal aus der Mine. Das Experiment LUX-ZEPLIN in South Dakota hat in 220 Messtagen ein einziges unerklärtes Ereignis gefunden. Wie man nach dunkler Materie sucht, warum 2,6 Sigma nichts beweisen und welche Romane das Thema ernst nehmen.
Zum Artikel →Akte X kommt zurück. Ryan Coogler hat den Hulu-Piloten abgedreht, Danielle Deadwyler und Himesh Patel übernehmen die X-Akten, Chris Carter produziert mit. Der Hub sammelt jede Meldung zum Reboot, passend zum Thema dieses Hefts.
Zum Artikel →Atempause
Hubble strich 1923 einen Buchstaben durch und schrieb ein Wort daneben. Mehr brauchte es nicht, um zu belegen, dass die Milchstraße nur eine Galaxie unter vielen ist.
Aussicht
Das nächste Heft: Die Unendlichen Weiten
Nach einem Monat zwischen Aktenschränken geht es im November nach draußen. Ausgabe 05 heißt Die Unendlichen Weiten und handelt davon, wie weit Menschen ins All schauen können und wie weit sie selbst hinkommen. Was ihr zum Hypothetikum dieses Hefts geschrieben habt, steht dann hier.
Du entscheidest mit, was in Ausgabe 05 kommt. Sag es uns im Forum →
Dank
Der Dank dieser Ausgabe geht an Tea Loewe. Sie hat sich nach ihrem Monat im Spotlight Zeit für sieben Fragen genommen und uns eine Leseprobe aus Sternenhoffnung geschickt.


