Andy Weir
Amerikanischer Autor, der 'Der Marsianer' zunächst kapitelweise auf seinem Blog veröffentlichte und damit einen Welterfolg landete.
Andrew Taylor Weir (*1972) ist der Beweis, dass Selfpublishing die Verlagswelt auf den Kopf stellen kann. Geboren in Davis, Kalifornien, arbeitete er als Softwareentwickler bei Sandia National Laboratories und anderen Unternehmen, während er in seiner Freizeit Science-Fiction schrieb.
'The Martian' begann 2011 als Serie von Blogposts. Weir, ein bekennender Weltraum-Nerd, berechnete jedes Detail: Orbitalfenster, Treibstoffmengen, Kartoffelkalorienbilanz, Wasserelektrolyse. Leser baten ihn, das Ganze als Kindle-Buch zu veröffentlichen. Er stellte es für 99 Cent ein. Es wurde zum Bestseller. Crown Publishing kaufte die Rechte, Ridley Scott verfilmte es 2015 mit Matt Damon, und der Film spielte über 600 Millionen Dollar ein.
Das Besondere an Weirs Ansatz: Die Wissenschaft stimmt. Jedes Problem, das Protagonist Mark Watney löst, basiert auf realer Chemie, Physik und Botanik. Die NASA nutzte den Roman als Beispiel dafür, wie echte Marsüberlebensstrategien aussehen könnten.
Sein zweiter Roman 'Artemis' (2017), angesiedelt in einer Mondkolonie, wurde gemischt aufgenommen. Der dritte, 'Project Hail Mary' (2021), kehrte zur Form zurück: Ein Astronaut wacht allein auf einem Raumschiff auf, ohne Erinnerung an seine Mission, und muss die Sonne retten. Der Roman wurde für seine Darstellung von Erstkontakt und Freundschaft mit einem Alien gefeiert. Ryan Gosling soll die Hauptrolle in der Verfilmung spielen.
Weir steht für eine Strömung in der modernen SF, die Optimismus und wissenschaftliche Genauigkeit über Dystopie stellt.
Project Hail Mary ist in vieler Hinsicht Weirs reiferes Buch. Die Prämisse (Astronaut wacht allein im All auf, ohne Erinnerung) ist hitchcockesk, aber Weir füllt sie mit echter Wissenschaft: Thermodynamik, Astrobiologie, Spektroskopie. Die Freundschaft, die sich zwischen dem menschlichen Protagonisten und einem Alien entwickelt, hat viele Leser emotional überrascht, die nur die technische Seite erwartet hatten. Weir zeigt, dass Hard SF und emotionale Tiefe sich nicht ausschließen.
Sein Erfolgsweg, Blog zu Kindle zu Verlag zu Hollywood, ist ein Modell für Self-Publishing-Autoren geworden. Nicht wegen des Glücks, das dabei eine Rolle spielte, sondern weil er eine Leserschaft aufgebaut hatte, die sein Buch wollte, bevor ein Verleger es kaufte.
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Andy Weir. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/andy-weir/ (abgerufen am 01.07.2026).
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