Fermi-Blase
Riesige Gammastrahlen-Strukturen, die sich ober- und unterhalb des Zentrums der Milchstraße erstrecken und deren Ursprung ungeklärt ist.
Die Fermi-Blasen (Fermi Bubbles) sind zwei gigantische Strukturen aus Gammastrahlung, die sich jeweils 25.000 Lichtjahre ober- und unterhalb der galaktischen Ebene erstrecken. Sie wurden 2010 vom Fermi-Gammastrahlenteleskop der NASA entdeckt und gehören zu den mysteriösesten Strukturen unserer Galaxie.
Die Blasen erstrecken sich über etwa 50.000 Lichtjahre, das entspricht der halben Durchmesser der Milchstraße. Ihre Ränder sind scharf definiert, und sie strahlen Gammastrahlung, Röntgenstrahlung und Mikrowellenstrahlung ab. Die Energie, die in ihnen steckt, ist enorm: geschätzt 10^56 Erg, vergleichbar mit der Explosion von Millionen Supernovae.
Der Ursprung ist ungeklärt. Zwei Haupthypothesen werden diskutiert: Ein massiver Ausbruch des supermassiven Schwarzen Lochs Sagittarius A* im Zentrum der Milchstraße vor einigen Millionen Jahren, oder eine intensive Phase der Sternentstehung im galaktischen Zentrum, deren Supernovae-Winde die Blasen aufbliesen.
In der Science-Fiction bieten die Fermi-Blasen reiches Material. Eine Zivilisation, die solche Energien kontrolliert, wäre weit jenseits der Kardaschow-Skala. Die Vorstellung, dass die Blasen ein Artefakt einer fortgeschrittenen Zivilisation sein könnten (ein galaktischer Antrieb, ein Kommunikationssystem, eine Waffe), ist spekulativ, aber faszinierend.
Die Fermi-Blasen erinnern daran, dass unsere eigene Galaxie Phänomene enthält, die wir noch nicht verstehen, und dass die Grenze zwischen Wissenschaft und Science-Fiction manchmal dünner ist, als wir denken.
Die Entdeckung der Fermi-Blasen 2010 war eine der überraschendsten astronomischen Entdeckungen der letzten Jahrzehnte. Das Fermi-Gammastrahlenteleskop der NASA lieferte seit 2008 Karten des Himmels in Gammastrahlung, und als Meng Su, Tracy Slatyer und Mitarbeiter die Daten analysierten, fanden sie zwei symmetrische Strukturen, die in keinem Katalog standen. Sie hatten einfach niemand gesucht, weil niemand erwartete, solche riesigen Strukturen zu finden.
Die eXtended ROentgen Survey with an Imaging Telescope Array-Mission (eROSITA) bestätigte 2020 die Existenz noch größerer verwandter Strukturen in Röntgenstrahlung, die als eROSITA-Blasen bezeichnet werden und die Fermi-Blasen überlappen und überragen. Zusammen zeigen diese Daten, dass das galaktische Zentrum in geologisch jüngerer Vergangenheit eine dramatische Energiequelle hatte.
Für SF-Autoren und Futuristen sind die Fermi-Blasen ein handfester Hinweis auf die Skala der Energiemengen, die kosmische Prozesse freisetzen. Eine Zivilisation, die solche Energien nicht nur passiv beobachtet, sondern aktiv erzeugt, wäre auf einer Kardaschow-Stufe weit jenseits alles Vorstellbaren. Das ist der Ausgangspunkt für die wildesten Spekulationen: Sind die Blasen ein Artefakt? Ein Antriebssystem? Eine Waffe? Die ehrliche Antwort ist, dass wir es nicht wissen.
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Fermi-Blase. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/fermi-blase/ (abgerufen am 01.07.2026).
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