Klonethik
Die moralischen Fragen rund um das Klonen von Menschen, etwa Identitätsprobleme und der Missbrauch als Organquelle.
Klonethik ist ein Kernthema der Science-Fiction, das seit dem Klonschaf Dolly (1996) auch die reale Bioethik beschäftigt. Die zentrale Frage: Wenn man einen genetisch identischen Menschen erschaffen kann, welche Rechte hat er? Und welche Grenzen sollten gelten?
Kazuo Ishiguros 'Never Let Me Go' (2005) ist die vielleicht erschütterndste literarische Behandlung. Die Klone, aufgezogen in einer englischen Internatsidylle, existieren einzig als Organspender für ihre 'Originale'. Sie akzeptieren ihr Schicksal mit einer leisen Resignation, die den Leser zwingt, über Komplizenschaft nachzudenken.
Michael Bays 'The Island' (2005) behandelte dasselbe Thema als Action-Film: Klone, die nicht wissen, dass sie Klone sind, entdecken, dass sie als lebende Ersatzteillager gezüchtet wurden. Die Serie 'Orphan Black' (2013–2017) erforschte, wie verschiedene Klone desselben Genoms zu völlig unterschiedlichen Persönlichkeiten werden.
Im Star-Wars-Universum steht die Klonarmee der Republik für die Frage nach der Instrumentalisierung: Millionen von Klonen, gezüchtet für den Krieg, ohne Wahl und ohne Zukunft nach dem Krieg. Ihre Programmierung durch die Inhibitor-Chips in 'The Clone Wars' und 'The Bad Batch' fügte eine Ebene biologischer Manipulation hinzu.
Reale ethische Bedenken umfassen: das Recht auf genetische Einzigartigkeit, die psychologische Belastung, eine 'Kopie' zu sein, die Gefahr des Designerbabys, und die Frage, ob Klone als vollwertige Menschen oder als Produkte betrachtet würden.
Das Klonen ganzer Menschen ist in den meisten Ländern verboten. Therapeutisches Klonen (Stammzellforschung) bleibt reguliert, aber erlaubt. Die Science-Fiction bleibt der Realität hier weit voraus.
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Klonethik. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/klonethik/ (abgerufen am 01.07.2026).
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