Metropolis (1927)
Fritz Langs bahnbrechendes expressionistisches Meisterwerk über eine dystopische Zukunftsstadt, das die visuelle Sprache des Science-Fiction-Kinos begründete.
Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus Metropolis (1927).
Metropolis ist der Urknall des Science-Fiction-Films. Fritz Langs expressionistisches Monumentalwerk von 1927 schuf eine visuelle Sprache, die das Genre bis heute prägt. Das Drehbuch schrieb Lang gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau Thea von Harbou nach deren 1925 erschienenem Roman. Die titelgebende Stadt ist in zwei Welten geteilt: Oben leben die Reichen in Gärten und Palästen, unten schuften die Arbeiter in endlosen Schichten an gewaltigen Maschinen.
Freder, der Sohn des Stadtherrschers, entdeckt die Welt der Arbeiter und verliebt sich in Maria, eine Predigerin, die Versöhnung zwischen den Klassen fordert. Der Erfinder Rotwang erschafft einen Maschinenmenschen in Marias Gestalt, gespielt wie das Original von Brigitte Helm in ihrer Debütrolle, der die Arbeiter zum Aufstand anstacheln soll. Gustav Fröhlich gab in der Rolle des Freder sein Filmdebüt, und die eigens komponierte Orchesterpartitur von Gottfried Huppertz begleitete die Uraufführung live. Die visuellen Innovationen des Films waren revolutionär: Die Stadtsilhouette mit ihren Art-déco-Wolkenkratzern und Hängebrücken, die unterirdischen Maschinenhallen, der Maschinenmensch, alles wurde mit aufwendigen Modellbauten, Spiegeleffekten (dem sogenannten Schüfftan-Trick) und tausenden Statisten realisiert.
Der Maschinenmensch ist das Urbild aller Roboter im Film, etwa C-3PO in Star Wars und die Replikanten in Blade Runner. Die Produktion war die teuerste in der Geschichte der Weimarer Republik und brachte die UFA an den Rand des Ruins. Der Film wurde bei seiner Premiere gemischt aufgenommen und nach der Erstaufführung drastisch gekürzt.
Jahrzehntelang existierte nur eine verstümmelte Fassung. 2008 wurde in Buenos Aires eine nahezu vollständige 16-mm-Kopie entdeckt, und am 12. Februar 2010 feierte die rekonstruierte Fassung zeitgleich in Berlin und Frankfurt Premiere und näherte sich damit dem ursprünglichen Schnitt an. Die Restaurierung von 2001 wurde als erster Film überhaupt ins UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen. Thea von Harbous Drehbuch wird für seine vereinfachende Botschaft kritisiert, dass das Herz zwischen Hirn und Händen vermitteln müsse, doch die visuelle Kraft des Films übersteigt seine narrative Schlichtheit bei weitem.
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Metropolis (1927). In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/metropolis-1927/ (abgerufen am 28.08.2026).
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