ALF
Gordon Shumway vom Planeten Melmac, der pelzige Alien, der Katzen frisst und im Vorstadt-Wohnzimmer lebt.
Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus ALF.
ALF (Alien Life Form) landete 1986 im Wohnzimmer der Familie Tanner und blieb vier Staffeln lang. Die Sitcom war auf den ersten Blick ein harmloses Comedy-Format, aber unter der Oberfläche verbarg sich überraschend viel Tiefe: ALF ist der letzte Überlebende einer zerstörten Welt. Sein Heimatplanet Melmac explodierte, als alle gleichzeitig ihre Haartrockner einschalteten.
Was als Running Gag präsentiert wird, ist eigentlich die Geschichte eines Flüchtlings, der in einer fremden Kultur Fuß fassen muss, ständig die Entdeckung durch die Behörden fürchtet und seine verlorene Heimat vermisst. Das Serienfinale war berüchtigt düster: ALF wird vom Militär gefangen genommen. Ein geplanter TV-Film mit Happy End wurde erst 1996 nachgeholt. Über 30 Jahre später bleibt ALF ein kulturelles Phänomen, ironischerweise die SciFi-Einstiegsdroge einer ganzen Generation, die gar nicht wusste, dass sie SciFi schaute.
Gerade diese Mischung macht ALF rückblickend interessant. Hinter der Sitcom-Fassade steckt eine klassische Erstkontakt-Geschichte, nur umgedreht: Nicht die Menschheit begegnet dem Fremden im All, sondern das Fremde sitzt mitten in der amerikanischen Vorstadt am Küchentisch. Themen wie Heimatverlust, Anpassung und die ständige Angst vor staatlicher Verfolgung schwingen unter den Gags stets mit. So wurde eine pelzige Puppe vom Planeten Melmac für viele Kinder der 1980er Jahre zur ersten, völlig unbemerkten Begegnung mit Science-Fiction überhaupt.
Die Produktion der Serie war technisch aufwendiger als es aussah. ALF war eine Stabpuppe, gesteuert von vier bis fünf Puppetiers gleichzeitig, dazu eine Haube, die Paul Fusco, der Schöpfer und Hauptstimme der Figur, von unten trug. Viele Szenen wurden aus diesem Grund buchstäblich in Gruben gedreht, in die das Kameraequipment hinabgelassen wurde. Das Set war körperlich anstrengend, besonders für Fusco, der die Aufnahmen meist kriechend auf dem Boden verbrachte. Das erklärt, warum ALF trotz vier Staffeln nie mit einem komfortablen Produktionsablauf assoziiert wurde.
Das berüchtigte Serienfinale, das ohne Auflösung blieb, entstand, weil die Serie kurzfristig abgesetzt wurde, bevor eine Abschlussfolge produziert werden konnte. Millionen Kinder blieben mit dem Bild eines gefangengenommenen ALFs zurück. Der 1996er Fernsehfilm Project ALF versuchte eine Auflösung zu liefern, jedoch ohne die Tanner-Familie und ohne denselben emotionalen Ton. Für viele Fans war er eine ungenügende Reparatur eines Abbruchs, der sich dem Gedächtnis eingebrannt hatte.
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ALF. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/alf/ (abgerufen am 01.07.2026).
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