Persönlichkeit

Arthur C. Clarke

Britischer Autor und Futurist, der geostationäre Satelliten vorschlug und mit '2001: A Space Odyssey' Filmgeschichte schrieb.

Sir Arthur Charles Clarke (1917–2008) war Schriftsteller, Erfinder und Visionär. Aufgewachsen in Somerset, diente er im Zweiten Weltkrieg als Radar-Instruktor bei der Royal Air Force. 1945 veröffentlichte er in der Zeitschrift 'Wireless World' einen Artikel, der die Nutzung geostationärer Orbits für Telekommunikationssatelliten vorschlug. Der geostationäre Orbit wird ihm zu Ehren manchmal als Clarke-Orbit bezeichnet.

Sein literarisches Werk zeichnet sich durch wissenschaftliche Präzision und philosophische Tiefe aus. 'Childhood's End' (1953) erforscht die Transformation der Menschheit durch eine außerirdische Spezies. 'Rendezvous with Rama' (1973) beschreibt die Erkundung eines riesigen außerirdischen Raumschiffs mit der nüchternen Genauigkeit eines Ingenieur-Reports. Die Rama-Sequenz wurde zum Archetyp des Big-Dumb-Object in der Science-Fiction.

Sein bekanntestes Werk entstand in Zusammenarbeit mit Stanley Kubrick: '2001: A Space Odyssey' (1968) als paralleles Projekt von Roman und Film. Die Geschichte um den Monolithen, HAL 9000 und die Evolution der Menschheit wurde zum kulturellen Meilenstein. Clarke schrieb drei Fortsetzungen, von denen '2010: Odyssey Two' ebenfalls verfilmt wurde.

Clarke formulierte drei Gesetze, von denen das dritte am bekanntesten ist: 'Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.' Dieser Satz wird in der Science-Fiction ständig zitiert und parodiert.

Ab 1956 lebte Clarke in Sri Lanka, wo er tauchte, schrieb und die Universität von Moratuwa unterstützte. Er wurde 1998 zum Knight Bachelor geschlagen. Zusammen mit Asimov und Heinlein bildet er das sogenannte 'Big Three' der Science-Fiction.

Clarkes Blick auf die Zukunft war grundlegend optimistisch: Er glaubte daran, dass Technologie und Vernunft die Menschheit voranbringen, und diese Überzeugung durchzieht sein gesamtes Werk. 'Childhood's End' ist trotz seines melancholischen Endes kein pessimistisches Buch, sondern eines über die Notwendigkeit, die eigene Stufe der Entwicklung loszulassen. Die Rama-Romane strahlen eine nüchterne Freude am Entdecken aus: Das Objekt ist da, es ist enorm, lasst uns hineinschauen.

Sein Clarke-Orbit wird heute von hunderten Kommunikationssatelliten genutzt, darunter GPS-Satelliten, Fernsehdirektempfangssatelliten und Wetterbeobachter. Das ist wohl die direkteste Verbindung zwischen SF-Spekulation und realem Nutzen, die die Literaturgeschichte kennt.

Aus dem Forum

Diskutiere diesen Begriff mit Lesern und Autoren im BuchKnall-Forum.

Im Forum diskutieren
Diesen Eintrag zitieren

Arthur C. Clarke. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/arthur-c-clarke/ (abgerufen am 01.07.2026).