BepiColombo
Die erste europäisch-japanische Mission zum Merkur, BepiColombo fliegt seit 2018 durch das innere Sonnensystem und soll ab 2026 den am wenigsten erforschten Gesteinsplaneten kartieren.
BepiColombo ist eine gemeinsame Mission von ESA und JAXA, benannt nach dem italienischen Mathematiker Giuseppe 'Bepi' Colombo, der die Gravity-Assist-Technik für Merkur-Missionen erdachte. Gestartet am 20. Oktober 2018, besteht die Mission aus zwei Orbitern: dem europäischen Mercury Planetary Orbiter (MPO) und dem japanischen Mercury Magnetospheric Orbiter (Mio).
Der Weg zum Merkur ist komplex: Neun Gravity-Assist-Manöver (ein Erd-, zwei Venus-, sechs Merkur-Vorbeiflüge) über acht Jahre, weil ein direkter Anflug zu viel Treibstoff kosten würde, der Merkur liegt tief im Gravitationstrichter der Sonne. Die Ankunft im Merkur-Orbit ist für November 2026 geplant.
Wissenschaftliche Ziele: Merkurs überraschend starkes Magnetfeld (das einzige unter den terrestrischen Planeten neben der Erde) verstehen. Den ungewöhnlich großen Eisenkern kartieren (75 % des Planetenradius). Wassereis und organische Verbindungen in den permanent beschatteten Polarkratern untersuchen, die MESSENGER 2012 nachgewiesen hat. Die Oberfläche in höherer Auflösung als MESSENGER kartieren.
Bisherige Vorbeiflüge lieferten bereits neue Daten über Merkurs Oberfläche und Magnetosphäre, darunter Hinweise auf geologisch jüngere vulkanische Aktivität.
Gerade der scheinbar absurd lange Weg zum Merkur, der über acht Jahre und neun Vorbeiflüge führt, verdeutlicht ein grundlegendes Paradox der Raumfahrt: Der innerste Planet ist überraschend schwer zu erreichen, obwohl er der Erde nahe ist. Da der Merkur tief im Schwerefeld der Sonne liegt, würde eine Sonde beim direkten Anflug immer schneller werden und ließe sich am Ziel kaum noch abbremsen, weshalb BepiColombo durch geschickte Gravitationsmanöver an Erde, Venus und Merkur selbst Geschwindigkeit abbauen muss, statt sie aufzunehmen. Wissenschaftlich ist der Merkur ein faszinierendes Rätsel, denn er besitzt einen unverhältnismäßig großen Eisenkern und als einziger Gesteinsplanet neben der Erde ein eigenes Magnetfeld, dessen Entstehung trotz seiner geringen Größe und langsamen Rotation kaum verstanden ist. Besonders kurios sind die Hinweise auf Wassereis in den ewig beschatteten Polkratern, ausgerechnet auf dem sonnennächsten Planeten, wo die Tagseite glühend heiß wird. Mit zwei Orbitern, von denen einer gezielt die Magnetosphäre untersucht, soll BepiColombo den am wenigsten erforschten Gesteinsplaneten endlich umfassend kartieren und damit eine wichtige Lücke im Verständnis der inneren Planeten schließen.
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BepiColombo. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/bepi-colombo/ (abgerufen am 01.07.2026).
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