Verfilmung

Blade Runner 2049

Denis Villeneuves visuell atemberaubende Fortsetzung, fragt, ob eine KI, die sich eine Seele wünscht, nicht bereits eine hat.

Blade Runner 2049 (2017) ist Denis Villeneuves Fortsetzung von Ridley Scotts Klassiker und einer der wenigen Sequel-Filme, die das Original nicht nur ehren, sondern erweitern. Ryan Gosling spielt Officer K, einen Nexus-9-Replikanten, der für das LAPD arbeitet und ältere Replikanten-Modelle jagt. Als er bei einem Einsatz ein Grab findet, das beweist, dass ein Replikant ein Kind geboren hat, beginnt eine Suche, die ihn zu Rick Deckard (Harrison Ford) und zur fundamentalen Frage führt: Was macht uns menschlich?

Roger Deakins' Kameraarbeit gewann den Oscar und definierte eine neue Ästhetik: Die Welt von 2049 ist nicht mehr nur regennasses Neon wie 1982, sondern umfasst orangeglühende Wüsten, graue Junkyards und sterile weiße Konzernzentralen. Ana de Armas als Joi, eine holographische KI-Freundin, liefert vielleicht die tragischste Performance des Films: Ist ihre Liebe zu K real, oder ist sie nur programmiert, Liebe zu simulieren? Und wenn die Simulation perfekt ist, macht der Unterschied dann noch etwas aus?

Der Film spielte an der Kinokasse weniger ein als erhofft, wurde aber von Kritikern als Meisterwerk gefeiert. Blade Runner 2049 stellt die richtigen Fragen für eine Ära, in der KI-Beziehungen Realität werden.

Deakins' Oscar war längst überfällig, aber er ist an der falschen Stelle zu empfangen: Der eigentliche Triumph liegt in der Konsistenz. Blade Runner 2049 hat keine einzige uninspirierte Einstellung. Jede Szene ist komponiert, als könnte sie als Einzelbild hängen. Das ist in einem zweistundenvierzig Film eine Ausnahme.

Der kommerzielle Misserfolg des Films (er spielte rund 260 Millionen Dollar ein bei einem Budget von 150 Millionen, was für einen Blockbuster-Anspruch unzureichend war) hat eine einfache Erklärung: Villeneuve drehte einen Denkfilm mit Blockbuster-Tempo und Blockbuster-Budget, aber ohne Blockbuster-Belohnungssystem. Es gibt keinen Sieg, keine Befreiung, keine Katharsis. K opfert sich für eine Idee, die er selbst aufgegeben hat. Das Publikum, das bereit ist, das zu akzeptieren, ist kleiner als das Publikum für Actionspektakel. Trotzdem war der Film ein Wendepunkt: Er bewies, dass Villeneuve der Regisseur ist, dem man Dune anvertrauen kann.

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Blade Runner 2049. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/blade-runner-2049/ (abgerufen am 01.07.2026).