Carrie Fisher
Prinzessin Leia Organa, Rebellenführerin, Autorin, Hollywood-Überlebende und feministische Ikone.
Carrie Frances Fisher (1956–2016) war eine amerikanische Schauspielerin und Autorin, die als Prinzessin Leia in Star Wars zu einer der prägendsten Figuren der Filmgeschichte wurde. Als 19-Jährige wurde sie für die Rolle gecastet und veränderte das Bild weiblicher Figuren im Actionkino: Leia war keine Jungfrau in Nöten. Sie schoss zurück, führte die Rebellion an und hatte die schärfsten Dialogzeilen im Film.
Fisher haderte zeitlebens mit dem Ruhm, den die Rolle brachte, und mit der Art, wie Hollywood junge Frauen behandelt. In ihren Büchern (Postcards from the Edge, Wishful Drinking) und auf der Bühne sprach sie mit scharfem Witz über Sucht, bipolare Störung und das Überleben in einer Industrie, die Frauen als Dekor behandelt. Als Drehbuch-Doktorin (Script Doctor) arbeitete sie an Dutzenden von Hollywood-Filmen, darunter Hook, Sister Act und die letzten Indiana-Jones-Drehbücher, oft ohne Nennung.
Ihre Rückkehr als General Leia Organa in The Force Awakens 2015 war ein Triumph: gealtert, kampferprobt, immer noch die klügste Person im Raum. Fisher starb 2016 an einem Herzstillstand, einen Tag bevor ihre Mutter Debbie Reynolds ebenfalls verstarb. Ihr Vermächtnis in der Science Fiction und darüber hinaus ist unauslöschlich.
Fisher sprach offen über ihre manisch-depressive Erkrankung, ihre Drogensucht und ihre Abhängigkeit von Alkohol, zu einer Zeit, als Prominente solche Themen noch tief versteckten. Ihre Bücher und Bühnenauftritte, besonders das One-Woman-Programm Wishful Drinking, machten sie zur Stimme für Menschen, die mit psychischen Erkrankungen lebten und sich schämten, davon zu reden. Das war weit wichtiger als jede Filmrolle.
Als Script Doctor arbeitete Fisher an Filmen wie Hook, Sister Act, Outbreak, The Wedding Singer und angeblich auch an Teilen der Star-Wars-Prequels, ohne je im Abspann zu erscheinen. Diese unsichtbare Arbeit war ein offenes Geheimnis in Hollywood: Wenn ein Drehbuch Probleme hatte, rief man Carrie. Ihr Witz und ihr Gespür für Figurenmotivation machten schwache Dialoge haltbar.
Ihr Tod im Dezember 2016 traf die Science-Fiction-Gemeinde hart, einen Tag bevor die Welt auch ihre Mutter Debbie Reynolds verlor. Dieses doppelte Sterben innerhalb von 24 Stunden hatte etwas Shakespearisches. Disney entschied, die bereits gefilmten Szenen von Fisher in The Last Jedi vollständig zu behalten. In The Rise of Skywalker verwendete die Produktion älteres Material und erschuf eine digitale Abschlussszene, was ethisch und ästhetisch diskutiert wurde. Leia Organas Abschluss im letzten Film war damit ebenso komplex wie Fishers Leben selbst.
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Carrie Fisher. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/carrie-fisher/ (abgerufen am 01.07.2026).
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