Verfilmung

Dune: Part One (2021)

Denis Villeneuves visuell überwältigende Adaption von Frank Herberts SciFi-Epos, die den ersten Teil von Pauls Reise auf den Wüstenplaneten Arrakis erzählt.

Nachdem David Lynchs Dune-Verfilmung von 1984 kommerziell gescheitert war und Alejandro Jodorowskys ambitioniertes Projekt nie realisiert wurde, galt Frank Herberts Roman als unverfilmbar. Denis Villeneuve bewies das Gegenteil. Dune: Part One adaptiert die erste Hälfte des Romans und konzentriert sich auf den Fall von Haus Atreides und Pauls Ankunft bei den Fremen.

Villeneuve traf die entscheidende Entscheidung, den Roman auf zwei Filme aufzuteilen, was ihm erlaubte, der Geschichte den Raum zu geben, den sie braucht. Greig Frasers Kameraarbeit fängt die Wüstenlandschaften von Arrakis in monumentalen IMAX-Bildern ein, die an die Weite und Fremdheit der Vorlage heranreichen. Hans Zimmers Soundtrack verbindet elektronische Klänge mit Stimmen und erfundenen Instrumenten zu einer Klangwelt, die nichts mit konventioneller Filmmusik gemein hat.

Timothée Chalamet als Paul Atreides vermittelt die Verletzlichkeit eines jungen Mannes, der in eine Rolle gedrängt wird, die er nicht gewählt hat. Oscar Isaac, Rebecca Ferguson, Stellan Skarsgård und Josh Brolin ergänzen ein Ensemble von seltener Dichte. Der Film gewann sechs Oscars, darunter Beste Kamera und Bester Schnitt.

Die Sandwürmer, über Jahrzehnte ein Problem für Filmemacher, wurden als erhabene, fast göttliche Wesen inszeniert, deren Erscheinen den Boden erbeben lässt. Villeneuve verstand, was frühere Adaptionen übersehen hatten: Dune ist kein Abenteuerfilm, sondern eine Geschichte über Macht, Religion und die Manipulation ganzer Völker. Der Film war kommerziell erfolgreich genug, um den zweiten Teil zu sichern.

Jodorowskys gescheiterter Versuch aus den 1970er Jahren ist in der Dokumentation Jodorowskys Dune (2013) festgehalten und ein Film über einen nicht-gedrehten Film, der trotzdem fasziniert. Das Team, das er zusammenstellte, schrieb eine Art Schöpfungsgeschichte des modernen Science-Fiction-Kinos: H.R. Giger wurde dort für seine Alien-Ästhetik entdeckt, Moebius für seine Grafik-Sprache, Ridley Scott und George Lucas griffen beide auf das unrealisierte Storyboard-Material zurück. Dune hat das Science-Fiction-Kino geprägt, ohne je verfilmt worden zu sein.

Villeneuve behandelt Herberts politischen Subtext mit mehr Ernsthaftigkeit als Lynch. Der Messias-Komplex, der Dune durchzieht, ist bei Herbert keine Heldengeschichte, sondern eine Warnung. Paul ist ein gefährlicher Mann, nicht weil er böse ist, sondern weil charismatische Führerfiguren, auch mit guten Absichten, verheerende Konsequenzen haben. Dieser Unterton ist in Part One angelegt und in Part Two explizit.

Greig Frasers Kamera setzt für Arrakis zwei primäre Farben ein: das blendende Weiß der Sanddünen im direkten Sonnenlicht und das gedämpfte Gold der Fremen-Lebensräume. Diese Farbkonsistenz erzeugt Orientierung in einer fremden Welt und kommuniziert gleichzeitig, was die Fremen schützt, nämlich das Deckende, Gedämpfte, das man nicht von außen sieht.

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Dune: Part One (2021). In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/dune-part-one/ (abgerufen am 01.07.2026).

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