Verfilmung

WALL-E (2008)

Pixars rührendes SciFi-Meisterwerk über einen einsamen Müllroboter auf einer verlassenen Erde, der sich in eine Drohne verliebt.

WALL-E ist ein Film, der in seiner ersten halben Stunde kaum Dialog enthält und dennoch eine der emotionalsten Geschichten des Animationsfilms erzählt. Im Jahr 2805 ist die Erde unter Bergen von Müll begraben und von der Menschheit verlassen, die auf Kreuzfahrt-Raumschiffen im All lebt. Nur ein kleiner Müllpressroboter namens WALL-E (Waste Allocation Load Lifter, Earth-Class) stapelt unermüdlich Abfall zu Türmen und hat über 700 Jahre allein eine Persönlichkeit und Neugier entwickelt.

Er sammelt interessante Fundstücke und schaut auf einem alten Videorekorder immer wieder Hello, Dolly! Als die Sonde EVE auf der Erde nach Anzeichen von Pflanzenwachstum sucht, verliebt sich WALL-E in sie und folgt ihr ins All, auf das Raumschiff Axiom, wo die Menschheit zu übergewichtigen, permanent abgelenkten Konsumenten degeneriert ist. Andrew Stanton inszenierte WALL-E als Liebesgeschichte und Umweltparabel zugleich, ohne dass eine der beiden Ebenen die andere erdrückt.

Die erste Hälfte auf der verlassenen Erde, fast ohne Dialog, erzählt allein durch Bilder, Musik und die ausdrucksstarke Animation von WALL-Es Augen. Ben Burtts Sound-Design verleiht den Robotern Persönlichkeit durch elektronische Laute. Der Film gewann den Oscar als Bester Animationsfilm und wird regelmäßig als einer der besten Pixar-Filme und einer der besten Science-Fiction-Filme überhaupt genannt. WALL-E verbindet Charlie-Chaplin-Slapstick mit einer Warnung vor Konsumismus und Umweltzerstörung und beweist, dass Science-Fiction weder Dialoge noch menschliche Protagonisten braucht, um zutiefst menschlich zu sein.

Die stumme erste Hälfte des Films ist filmhistorisch einzigartig für ein Blockbuster-Studio. Pixar produziert teuer und muss Massenmarkttauglichkeit beweisen. Trotzdem erlaubte das Studio Andrew Stanton, 28 Minuten mit einem sprechenden Roboter auf einer verlassenen Erde zu verbringen, ohne Dialog, ohne menschliche Figuren, ohne erkennbare Plotkurve. Das Vertrauen des Studios in diese Entscheidung, und das Vertrauen der Zuschauer, die das mitmachten, ist ein Beweis dafür, was Kino leisten kann.

Ben Burtt, der Sound-Designer, der für Star Wars R2-D2's Geräusche erfunden hatte, schuf die Stimmen von WALL-E und EVE. WALL-Es brummende, gurrende Laute sind emotional verständlich ohne jede Sprachkenntnis. Das ist akustisches Storytelling auf höchstem Niveau: Ein Laut von Freude klingt anders als Neugier, anders als Trauer. Burtt hat damit das Konzept des nicht-verbalen Film-Charakters auf ein neues Level gehoben.

Der Kontext des Films ist Cli-Fi, bevor das Genre diesen Namen hatte. Eine Erde, die buchstäblich unter Konsumgütern erstickt, Menschen, die zu passiven Konsumenten reduziert sind und die Erde vergessen haben: Das ist 2008 erschienen und klingt 2026 weniger wie Warnung als wie Fortschrittsbericht. Stanton hat in Interviews erklärt, dass er keine politische Aussage machen wollte. Die Aussage machte sich von selbst.

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WALL-E (2008). In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/wall-e/ (abgerufen am 01.07.2026).