For All Mankind
Apple TV+-Serie, die eine alternative Geschichte der Raumfahrt erzählt, in der die Sowjetunion den Mond zuerst betritt.
For All Mankind (seit 2019) gehört zu den ambitioniertesten Alternativweltgeschichten im Fernsehen. Die Prämisse: Die Sowjetunion landet 1969 vor den USA auf dem Mond. Dieses eine veränderte Ereignis löst einen Dominoeffekt aus, der die gesamte Geschichte der Raumfahrt und der Weltpolitik umschreibt.
Jede Staffel springt etwa ein Jahrzehnt vorwärts. Die erste spielt in den 1970ern mit dem verschärften Space Race, die zweite in den 1980ern mit Mondbasen, die dritte in den 1990ern mit dem Rennen zum Mars, die vierte in den 2000ern mit der Besiedlung des Mars. Die Serie zeigt, wie ein stärkerer Wettbewerb die Raumfahrt beschleunigt und gleichzeitig gesellschaftliche Veränderungen anstößt: Frauen und Minderheiten werden früher ins Astronautenprogramm aufgenommen, weil der Druck groß genug ist.
Das Besondere an For All Mankind ist die Mischung aus historischer Fiktion und menschlichem Drama. Die Serie scheut sich nicht vor den menschlichen Kosten der Raumfahrt: Unfälle, politischer Druck, zerbrochene Familien und ethische Kompromisse. Gleichzeitig feiert sie den Pioniergeist und die Faszination der Erkundung.
Die Produktionsqualität ist herausragend. Start- und Landesequenzen sind so realistisch, dass sie mit NASA-Aufnahmen verwechselt werden könnten. Die Alternativweltgeschichte ist sorgfältig recherchiert und extrapoliert überzeugend, wie kleine Veränderungen große historische Auswirkungen haben.
Für Raumfahrtenthusiasten ist For All Mankind ein Traum: Eine Welt, in der die Menschheit nicht nach Apollo aufgehört hat, sondern weitergemacht und mehr erreicht hat. Die Serie ist eine der besten Darstellungen realistischer Raumfahrt im Fernsehen.
Ronald D. Moore hat nach Battlestar Galactica und Outlander einmal mehr bewiesen, dass er historische und alternative Geschichten in komplexe Serienerzählungen übersetzen kann. Das alternativgeschichtliche Prinzip, das For All Mankind trägt, ist klar und konsequent: Ein abweichendes Ereignis, der sowjetische Mond-Erstzugang, erzeugt einen langen Dominoeffekt. Die Serie folgt den Konsequenzen mit einer Logik, die sich historisch plausibel anfühlt.
Die Nebenfiguren tragen die Serie. Ed Baldwin und Gordon Stevens in Staffel 1, die Astronautinnen der zweiten Welle, Danny Stevens' Konsequenzen in Staffel 3: For All Mankind weiß, dass Geschichte von Menschen gemacht wird, die Fehler machen und trotzdem weitermachen. Das macht die Raumfahrt-Sequenzen emotional, nicht nur technisch spektakulär.
For All Mankind wurde bis Staffel 4 (Mars, 2060er) fortgesetzt und bis Staffel 5 verlängert. Die Serie hat als Alternativgeschichte eine Klammer: Sie muss zeigen, wohin ihr Universum führt, wenn die Raumfahrt nie aufgehört hat. Staffel 4 auf dem Mars und der Blick auf ein interplanetares Wirtschaftssystem sind dabei die interessanteste Erweiterung.
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For All Mankind. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/for-all-mankind/ (abgerufen am 01.07.2026).
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