Planetare Erkundung

Juno

Seit 2016 umkreist Juno den Jupiter in extremen Polarbahnen und enthüllt eine Atmosphäre, die turbulenter, tiefer und komplexer ist als jedes Modell vorhergesagt hat.

Juno
NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS

Die NASA-Sonde Juno erreichte den Jupiter am 4. Juli 2016 nach einer fünfjährigen Reise. Ihre Umlaufbahn führt über die Pole des Planeten, was erstmals detaillierte Aufnahmen der Polarregionen und Messungen des Gravitationsfelds ermöglicht.

Juno ist die am weitesten von der Sonne entfernte solarbetriebene Raumsonde, drei Solarpanele mit insgesamt 60 m² Fläche versorgen die Instrumente im schwachen Jupiterlicht.

Entdeckungen: Die Atmosphäre reicht tiefer als erwartet, der Große Rote Fleck erstreckt sich über 300 km in die Tiefe. Zyklone an den Polen bilden regelmäßige geometrische Muster (Pentagone und Hexagone). Jupiters Magnetfeld ist unregelmäßiger und stärker als gedacht. Der Kern des Planeten ist kein kompakter Feststoff, sondern ein diffuser 'verwischter' Kern aus schweren Elementen, die mit Wasserstoff vermischt sind.

Erweiterte Mission: Seit 2021 fliegt Juno auch an Jupiters Monden vorbei, Ganymed (2021), Europa (2022) und Io (2023/2024). Die Io-Vorbeiflüge zeigten aktive Vulkane mit beispielloser Detailschärfe. Die Mission ist bis September 2025 verlängert, danach kontrollierter Absturz in Jupiter.

Gerade Junos Blick auf die Pole hat das Bild des größten Planeten im Sonnensystem von Grund auf verändert, denn von der Erde aus sehen wir Jupiter stets von der Seite und nie von oben. Die polaren Aufnahmen enthüllten dort gewaltige, regelmäßig angeordnete Zyklone, die in geometrischen Mustern um den Pol kreisen und in keinem früheren Modell vorhergesagt waren. Ebenso überraschend war die Erkenntnis, dass der Große Rote Fleck, der bekannteste Sturm des Sonnensystems, kein dünnes Wettergebilde, sondern hunderte Kilometer tief in die Atmosphäre reicht. Am tiefgründigsten ist jedoch der Befund, dass Jupiter keinen klar abgegrenzten festen Kern besitzt, sondern einen verwischten Übergang, in dem schwere Elemente mit dem umgebenden Wasserstoff vermischt sind. Das zwingt die Wissenschaft, ihre Theorien zur Entstehung der Gasriesen zu über denken. Dass Juno als solarbetriebene Sonde überhaupt im schwachen Jupiterlicht arbeiten kann, ist dabei eine technische Meisterleistung für sich. Mit ihren späten Vorbeiflügen an den Monden, allen voran dem vulkanisch glühenden Io, lieferte sie zudem Bilder von beispielloser Schärfe und bereitete damit den Boden für die großen Eismond-Missionen, die nun folgen.

Aus dem Forum

Diskutiere diesen Begriff mit Lesern und Autoren im BuchKnall-Forum.

Im Forum diskutieren
Diesen Eintrag zitieren

Juno. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/juno/ (abgerufen am 01.07.2026).

Verwandte Begriffe