Love, Death + Robots
Animierte Netflix-Anthologieserie mit Kurzfilmen, die Science-Fiction, Horror und Fantasy in verschiedenen Animationsstilen erzählen.
Love, Death + Robots (seit 2019) ist eine animierte Anthologieserie auf Netflix, produziert von David Fincher und Tim Miller (Deadpool). Jede Episode ist ein eigenständiger Kurzfilm von 6 bis 20 Minuten Länge, in einem anderen Animationsstil und von einem anderen Studio produziert.
Die Serie basiert auf dem Konzept von 'Heavy Metal', dem Animationsfilm von 1981, den Fincher und Miller ursprünglich neu verfilmen wollten. Stattdessen wurde daraus eine Plattform für Kurzgeschichten, die zu brutal, zu seltsam oder zu experimentell für konventionelles Fernsehen wären.
Highlights umfassen 'Beyond the Aquila Rift' (ein Raumschiff strandet in einem kosmischen Netz), 'Zima Blue' (ein Künstler sucht nach dem Ursprung seiner Kreativität und findet einen Pool-Reinigungsroboter), 'Bad Travelling' (ein Seefahrer verhandelt mit einem riesigen Krebsmonster) und 'Jibaro' (ein gehörloser Ritter trifft auf eine goldbedeckte Sirene in einem visuell überwältigenden Kurzfilm).
Die Serie demonstriert die Bandbreite der Science-Fiction wie kaum ein anderes Format. In 15 Minuten kann eine Episode Konzepte abhandeln, für die ein Film zwei Stunden bräuchte. Die Animationsfreiheit erlaubt visuelle Experimente, die in Realfilm unmöglich wären.
Drei Staffeln wurden bisher veröffentlicht. Die Serie hat einer neuen Generation von Zuschauern gezeigt, dass Science-Fiction-Kurzgeschichten ein eigenständiges und kraftvolles Medium sind.
Die Erzählung von 'Zima Blue' basiert auf einem Kurzgeschichten-Band von Alastair Reynolds. Die Adaption von Philip Gelatt und Jerome Chen ist so präzise, dass die Episode als eigenständiges Kunstwerk funktioniert, auch ohne Kenntnisse der Vorlage. Reynolds' Geschichte fragt, wozu Bewusstsein in der Lage ist, wenn es lange genug hat, um rückwärts zu denken.
Die Bandbreite der Animationsstile ist ein Designprinzip, kein ästhetischer Kompromiss. Einige Folgen sind hyperrealistisch (Volume 1, Episode 'Three Robots' und 'Beyond the Aquila Rift'), andere comichafte 2D-Animationen, wieder andere erinnern an Game-of-Thrones-Illustrationen. Diese Heterogenität spiegelt die Bandbreite der SF als Genre: Es gibt keine Einheitsästhetik, nur eine Einheitsneugier.
Love, Death + Robots hat eine Lücke geschlossen, die im Markt seit dem Ende von 'The Animatrix' (2003) und 'Heavy Metal' (1981) existierte. Kurzfilm-SF-Anthologien für Erwachsene sind selten, weil sie kein kohärentes Franchise aufbauen, keine Fortsetzung versprechen und kein Merchandise erlauben. Netflix hat das Format finanziert, weil Fincher und Miller den Ruf hatten, es durchzusetzen. Das Ergebnis ist eine der kreativsten SF-Serien des Jahrzehnts.
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Love, Death + Robots. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/love-death-robots/ (abgerufen am 01.07.2026).
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