Space Adaptation Syndrome
Die Weltraumkrankheit, Übelkeit, Schwindel und Desorientierung, die bis zu 80 % der Astronauten in den ersten Tagen der Schwerelosigkeit trifft.
Das Space Adaptation Syndrome (SAS, Weltraumkrankheit) ist ein Bündel von Symptomen, das die meisten Astronauten in den ersten 2–4 Tagen im All betrifft: Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und räumliche Desorientierung. Rund 60–80 % aller Astronauten sind betroffen, unabhängig von ihrer Erfahrung.
Die Ursache ist ein sensorischer Konflikt: Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr (Vestibularsystem) liefert in der Schwerelosigkeit widersprüchliche Signale an das Gehirn. Die Otolithen, die auf der Erde die Richtung der Schwerkraft registrieren, verlieren ihre Referenz. Das visuelle System und die Propriozeption (Körperlagewahrnehmung) melden ebenfalls ungewohnte Informationen.
Das Gehirn passt sich normalerweise innerhalb von 2–4 Tagen an, woraufhin die Symptome nachlassen. Manche Astronauten sind sofort beschwerdefrei, andere leiden die gesamte Anfangsphase. Die Anfälligkeit lässt sich vor dem Flug nur schlecht vorhersagen.
Gegen SAS werden Antiemetika (Promethazin-Injektionen), Scopolamin-Pflaster und autogenes Training eingesetzt. Interessanterweise tritt ein umgekehrtes SAS (Earth Sickness) auch nach der Rückkehr auf, wenn sich das Gleichgewichtssystem wieder an die Schwerkraft anpassen muss.
Gerade die schlechte Vorhersagbarkeit macht das Space Adaptation Syndrome für die Missionsplanung heikel. Erfahrung, Fitness oder frühere Flüge schützen kaum davor, und selbst Astronauten, die zuvor problemlos im All waren, kann es beim nächsten Flug erwischen. Für kurze Missionen ist das vor allem unangenehm, doch bei Einsätzen, die unmittelbar nach dem Start volle Leistungsfähigkeit verlangen, etwa einem schnellen Andockmanöver oder einem Notfall, kann eine übelkeitsgeplagte Crew zum Sicherheitsrisiko werden. Deshalb planen Missionen die ersten Tage bewusst ruhiger. Besonders relevant wird die Anpassung bei künftigen Mondlandungen und einer Marsmission, denn dort müsste die Besatzung nach Tagen oder Monaten in der Schwerelosigkeit sofort eine neue, wenn auch geringere Schwerkraft bewältigen, was erneut einen sensorischen Konflikt auslösen könnte. Das Verständnis, wie das Gehirn seine Gleichgewichtswahrnehmung umlernt, ist damit nicht nur medizinisch interessant, sondern entscheidend für die Frage, wie rasch Astronauten auf einer fremden Welt einsatzfähig sind.
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Space Adaptation Syndrome. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/space-adaptation-syndrome/ (abgerufen am 01.07.2026).
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