Deutsche Klimaromane

Climate Fiction gilt als angloamerikanisches Feld, aber das stimmt so nicht mehr: Auf Deutsch existieren drei lebendige Ströme.

Die Bestseller-Thriller von Uwe Laub und Marc Elsberg übersetzen Klimaszenarien in Spannung, Theresa Hannig erzählt die Aktivismus-Debatte der Gegenwart, und im Selfpublishing wächst eine Indie-Szene, die Hopepunk, queere Figuren und Alpen-Szenarien dorthin bringt, wo Großverlage noch zögern. Diese Seite führt durch alle drei, jeder Titel einzeln im Lexikon geprüft und mit deutscher Ausgabe direkt verfügbar.

Uwe Laub: fünf Thriller, ein Thema

Kein deutscher Autor arbeitet sich konsequenter am Klima ab: Seit 2018 erschien etwa alle zwei Jahre ein Laub-Thriller, jeder eigenständig lesbar, jeder um einen anderen Hebel gebaut, um manipuliertes Wetter, Dürre und Wasser als Ware. Wer Schätzing-Tempo sucht, ist hier richtig; wer politische Tiefe sucht, greift danach zu Robinson.

Elsberg und Hannig: Szenario und Gegenwart

Marc Elsberg hat mit Blackout das Genre des durchgerechneten Was-wäre-wenn geprägt und wendet es seit °C - Celsius aufs Klima an; EDEN von 2026 ist sein aktueller Beitrag. Theresa Hannig geht den anderen Weg: Parts Per Million erzählt nicht die Katastrophe von morgen, sondern den Konflikt von heute, bis zu dem Punkt, an dem Aktivismus in Gewalt kippt. Dafür gab es 2025 den Seraph.

Die Indie-Szene: wo deutsche Cli-Fi gerade entsteht

Abseits der Konzernprogramme passiert das Interessanteste: Jol Rosenbergs Etomi-Reihe verbindet Post-Climate-Welt mit einer queeren Wahlfamilie, Roman Grubers DANA nimmt den letzten Kipppunkt wörtlich, Anette Schaumlöffel erzählt in Die Kämpferin Hopepunk nach unserer Zeit, und mit Die Palmen der Antarktis und Der letzte Winter kamen 2026 gleich zwei deutsche Zukunftsszenarien bei Kleinverlag und Ullstein dazu.

BuchKnall prüft Indies wie Verlagsbücher, und genau deshalb stehen sie hier gleichberechtigt.

Häufige Fragen

Gibt es gute Klimathriller auf Deutsch?

Ja, und sie müssen sich nicht hinter Übersetzungen verstecken. Uwe Laub hat seit 2018 fünf eigenständig lesbare Klimathriller geschrieben, von Sturm bis Blow Out. Marc Elsberg rechnet in °C - Celsius und EDEN Klimaszenarien mit Bestseller-Handwerk durch, und Theresa Hannigs Parts Per Million holt die Aktivismus-Debatte in den Roman.

Welcher deutsche Klimaroman eignet sich als Einstieg?

Sturm von Uwe Laub für Thriller-Leser: schnell, zugänglich und ohne Vorwissen lesbar. Wer näher an der aktuellen Debatte lesen will, nimmt Parts Per Million von Theresa Hannig. Und wer Hoffnung statt Katastrophe sucht, beginnt mit Jol Rosenbergs Etomi: Erwachen aus der Indie-Szene.

Warum stehen hier Selfpublishing-Titel neben Heyne und Ullstein?

Weil BuchKnall so kuratiert: Jeder Titel wird einzeln geprüft, unabhängig vom Verlagsweg. Die deutsche Cli-Fi-Szene wächst gerade vor allem im Selfpublishing und in Kleinverlagen, dort entstehen queere Wahlfamilien, Alpen-Szenarien und Hopepunk, den die Großverlage bisher kaum abdecken.

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