Devs
Alex Garlands Miniserie über einen Quantencomputer, der Vergangenheit und Zukunft simulieren kann, und die Frage, ob freier Wille existiert.
Devs (2020) ist eine achtteilige Miniserie von Alex Garland (Ex Machina, Annihilation), die für FX auf Hulu produziert wurde. Die Geschichte folgt Lily Chan (Sonoya Mizuno), einer Softwareentwicklerin, deren Freund nach seinem ersten Tag in der geheimen Devs-Abteilung der Technologiefirma Amaya verschwindet.
Die Devs-Abteilung, geleitet vom enigmatischen CEO Forest (Nick Offerman in einer gegen sein komödiantisches Image besetzten Rolle), hat einen Quantencomputer gebaut, der das Universum simulieren kann. Die Maschine kann die Vergangenheit rekonstruieren und die Zukunft vorhersagen, nicht als Wahrscheinlichkeit, sondern exakt. Die Implikation: Das Universum ist deterministisch, und freier Wille ist eine Illusion.
Garland nutzt diese Prämisse, um philosophische Fragen mit der Intensität eines Thrillers zu stellen. Wenn jede Handlung vorherbestimmt ist, sind wir dann für unsere Taten verantwortlich? Wenn die Zukunft feststeht, können wir sie ändern, indem wir wissen, was passieren wird? Die Serie verhandelt den Determinismus nicht als abstraktes Konzept, sondern als persönliche Krise.
Die visuelle Sprache ist hypnotisch: Das goldene Licht der Devs-Kammer, die riesige Statue von Forests toter Tochter vor dem Firmengebäude, die leeren kalifornischen Landschaften. Der Score von Ben Salisbury und Geoff Barrow verstärkt die Atmosphäre kalter Erhabenheit.
Devs wurde von Kritikern gefeiert, fand aber nur ein kleines Publikum. Zusammen mit Ex Machina und Annihilation bildet die Serie Garlands informelle Trilogie über die Grenzen menschlicher Kontrolle über Technologie.
Das Determinismus-Argument, das die Serie trägt, ist älter als die Quantenphysik. Laplace's Dämon (Pierre-Simon Laplace, 1814) beschrieb eine hypothetische Intelligenz, die bei Kenntnis aller Positionen und Impulse aller Atome im Universum die gesamte Zukunft berechnen könnte. Devs nimmt diese Idee und fragt, was es für den freien Willen bedeutet, wenn ein solches System tatsächlich existiert. Die Antwort des Films ist keine Entlassung aus der Verantwortung, sondern eine Art tragischer Freiheit.
Nick Offermans Casting ist ein präzises Werkzeug. Ron Swanson aus Parks and Recreation ist der warmherzige Eigenbrötler, den Millionen lieben. Forest ist das Gegenteil: kühl, besessen, zu keiner echten Verbindung mehr fähig, weil seine einzige Verbindung zu dem toten Kind geht, das er in seiner Maschine zurückzuholen versucht. Offerman trägt das, ohne ins Karikaturhafte zu kippen.
Alex Garlands Entscheidung, das Setting im Silicon Valley zu verankern, ist gesellschaftskritisch präzise. Amaya als Technologieunternehmen mit gottgleichen Ressourcen und einem CEO, der seine persönliche Obsession zum Firmenprojekt macht, ist keine Satire, sondern fast Dokumentation. Devs fragt, was passiert, wenn die Menschen, die die Zukunft bauen, selbst keine Zukunft mehr haben außer der, ihre Vergangenheit zurückzuholen.
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Devs. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/devs/ (abgerufen am 01.07.2026).
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