Verfilmung

Everything Everywhere All at Once

Oscar-prämierter Film von 2022, der das Multiversum durch die Geschichte einer chinesisch-amerikanischen Wäscherebesitzerin erzählt.

Everything Everywhere All at Once (2022) von Daniel Kwan und Daniel Scheinert (die Daniels) gewann sieben Oscars, darunter Bester Film, und bewies, dass Science-Fiction, Komödie, Martial Arts und Familiengeschichte in einem Film koexistieren können.

Michelle Yeoh spielt Evelyn Wang, eine erschöpfte Wäscherebesitzerin, die während einer Steuerprüfung erfährt, dass unendlich viele Paralleluniversen existieren und dass sie die einzige ist, die eine multiversale Bedrohung aufhalten kann. Die Bedrohung kommt von Jobu Tupaki (Stephanie Hsu), die so viele Universen gleichzeitig erlebt hat, dass sie nihilistisch geworden ist und einen 'Everything Bagel' geschaffen hat, ein Schwarzes Loch, das alles auslöscht.

Der Film nutzt das Multiversum nicht als Hintergrund für Action (wie Marvel), sondern als Metapher für die Lebensentscheidungen, die wir treffen und die wir nicht treffen. Jedes Paralleluniversum zeigt eine Version von Evelyn, die einen anderen Weg eingeschlagen hat: Filmstar, Köchin, Felsen. Die absurdesten Universen (Hot-Dog-Finger, Ratatouille-Parodie) tragen die tiefsten emotionalen Momente.

Im Kern ist es eine Geschichte über eine Mutter und ihre Tochter, über den Generationskonflikt zwischen chinesischer Tradition und amerikanischer Identität, und über die Frage, ob angesichts der Unendlichkeit irgendetwas Bedeutung hat. Die Antwort des Films: Gerade weil nichts von kosmischer Bedeutung ist, sind die kleinen, menschlichen Verbindungen alles.

Ke Huy Quan gewann den Oscar als Bester Nebendarsteller und vollendete damit ein Comeback, das 40 Jahre nach 'Indiana Jones und der Tempel des Todes' begann.

Das Multiversum als Erzählwerkzeug hat eine wichtige Qualität, die Marvel nie vollständig ausnutzte: Es macht jeden Satz einer Figur mehrdeutig. Wenn es unendlich viele Versionen von mir gibt, ist dann meine Entscheidung noch bedeutsam? Die Daniels beantworten das mit einem klaren Ja: Gerade weil die Möglichkeiten unendlich sind, zählt die eine Entscheidung, die ich tatsächlich treffe.

Michelle Yeoh als Evelyn ist eine Casting-Entscheidung, die den Film trägt. Yeoh brachte jahrzehntelange Erfahrung mit körperlicher Darstellung und gleichzeitig die Glaubwürdigkeit einer erschöpften Einwanderin, die nie das erreicht hat, was sie wollte. Die Kombination aus physischer Präzision und emotionaler Verletzlichkeit ist selten in einem Hauptdarsteller zu finden.

Für Leser nach dem Film: Jorge Luis Borges' Der Garten der Pfade, die sich verzweigen (1941) ist die Urform der Multiversum-Erzählung als literarisches Experiment. Blake Crouchs Dark Matter nutzt dasselbe Konzept als Thriller. Ted Chiangs Erzählung 'The Story of Your Life' (Vorlage für Arrival) stellt die ähnliche Frage, was man tut, wenn man das Ende kennt. Everything Everywhere gehört zu diesen Texten.

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Everything Everywhere All at Once. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/everything-everywhere/ (abgerufen am 01.07.2026).

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