Jacques Vallée
Französischer Informatiker und UFO-Forscher, das reale Vorbild für Lacombe in Spielbergs Unheimliche Begegnung.
Jacques Fabrice Vallée (geboren 1939) ist ein französisch-amerikanischer Informatiker, Astrophysiker und UFO-Forscher, der seit den 1960er Jahren das Phänomen mit wissenschaftlicher Methodik untersucht und dabei zu Schlussfolgerungen gelangt ist, die sowohl Skeptiker als auch Gläubige irritieren. Vallée war das Vorbild für die Figur des Claude Lacombe (gespielt von François Truffaut) in Steven Spielbergs Unheimliche Begegnung der dritten Art. Anders als die meisten UFO-Forscher lehnt Vallée die einfache Erklärung Außerirdische in Raumschiffen ab.
In seinen Büchern Passport to Magonia und Dimensions argumentiert er, dass das UFO-Phänomen Parallelen zu historischen Berichten über Feen, Elfen und religiöse Visionen aufweist und möglicherweise ein Kontrollsystem ist, das menschliches Verhalten und Glaubenssysteme beeinflusst. Vallée leistete auch bedeutende Beiträge zur Informatik: Er arbeitete am frühen Internet (ARPANET) und entwickelte eine der ersten Netzwerk-Konferenz-Systeme. In der UFO-Community gilt er als eine der intellektuell anspruchsvollsten Stimmen, weil er sich weigert, einfache Antworten zu akzeptieren. Sein Ansatz, das Phänomen als etwas zu betrachten, das möglicherweise jenseits unseres aktuellen Verständnisses von Raum und Zeit liegt, beeinflusst die moderne UAP-Forschung maßgeblich.
Vallées akademischer Hintergrund ist ungewöhnlich breit. Er begann als Astronom, arbeitete an der Universität Paris an Katalogen des Mars, dann als Computerwissenschaftler im Silicon Valley. In den 1970ern entwickelte er ARPANET-Software und war damit an der Frühphase des Internets beteiligt. Diese doppelte Karriere in harter Wissenschaft und UAP-Forschung macht ihn zu einer Figur, die sich schwer in Schubladen stecken lässt.
Sein wichtigstes Buch, Passport to Magonia (1969), zieht einen langen Vergleich zwischen modernen Berichten über fliegende Untertassen und historischen Volksglauben an Feen, Gnome und andere Grenzwesen. Vallées These: Das Phänomen ist nicht neu, sondern kehrt in jeder Epoche in dem Gewand zurück, das die jeweilige Kultur kennt. Mal sind es Engel, mal Luftschiffe, mal Aliens aus Metallscheiben. Was dahintersteckt, bleibt für ihn offen.
In der Science Fiction blieb Vallée bislang seltsam unsichtbar, obwohl seine Ideen tief in das Genre eingesickert sind. Filme wie Close Encounters of the Third Kind, für den er als Vorlage für Lacombe diente, und die Fringe-Serie, die Phänomene an der Grenze von Physik und Wahrnehmung untersucht, atmen seinen Geist. Wer Vallée gelesen hat, liest Science Fiction über Erstkontakt mit anderen Augen.
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Jacques Vallée. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/jacques-vallee/ (abgerufen am 01.07.2026).
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