Astronomie

Magnetar

Neutronenstern mit dem stärksten Magnetfeld im Universum, würde aus Mondentfernung alle Kreditkarten löschen.

Ein Magnetar ist eine spezielle Art von Neutronenstern mit einem Magnetfeld, das das der Erde um das Billiardenfache übersteigt. Um die Stärke zu veranschaulichen: Ein Magnetar im Abstand des Mondes würde alle Kreditkarten auf der Erde löschen, metallische Gegenstände verbiegen und die Elektronenhüllen von Atomen zu Zylindern verformen. Magnetare entstehen bei Supernova-Explosionen, wenn der kollabierende Kern besonders schnell rotiert und einen Dynamo-Effekt erzeugt, der das Magnetfeld auf extreme Werte verstärkt.

Ihre Oberfläche ist so dicht, dass ein Teelöffel davon mehrere Milliarden Tonnen wiegen würde. Magnetare sind kurzlebig in kosmischen Maßstäben: Ihr extremes Magnetfeld baut sich über etwa 10.000 Jahre ab, danach werden sie zu normalen Neutronensternen. In ihrer aktiven Phase können sie Gammablitze und Röntgenausbrüche erzeugen, die Teleskope im halben Universum registrieren. 2004 traf ein Gammablitz vom Magnetar SGR 1806-20 die Erde und war so stark, dass er die Ionosphäre messbar beeinflusste, obwohl die Quelle 50.000 Lichtjahre entfernt lag. In der Science Fiction nutzen Autoren wie Alastair Reynolds und Peter Watts Magnetare als kosmische Gefahrenquellen, deren bloße Nähe Technologie zerstört und biologisches Leben unmöglich macht.

Magnetare entstehen durch einen besonderen Mechanismus bei Supernovaexplosionen: Wenn der kollabierende Kern des sterbenden Sterns sehr schnell rotiert und eine besondere Zusammensetzung hat, kann ein Dynamo-Effekt das entstehende Magnetfeld dramatisch verstärken, weit über das gewöhnlicher Neutronensterne hinaus. Welche Sterne zu Magnetaren werden, ist noch nicht vollständig verstanden. Derzeit sind etwa dreißig Magnetare im beobachtbaren Universum bekannt.

Ein Magnetar in aktiver Phase sendet sporadische Röntgenausbrüche und Gammablitze aus, die als Starquakes entstehen: Wenn die Kruste des Neutronensterns durch das eigene Magnetfeld verformt wird und bricht, wird enorme Energie frei. Der Ausbruch von SGR 1806-20 im Dezember 2004 hatte eine Leuchtkraft, die tausendfach heller war als die gesamte Milchstraße. Die ionosphärische Wirkung auf der Erde war messbar, obwohl die Quelle 50.000 Lichtjahre entfernt war. Das ist die Größenordnung, mit der Magnetare die physikalische Intuition übersteigen.

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Magnetar. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/magnetar/ (abgerufen am 01.07.2026).