Mars Reconnaissance Orbiter
Seit 2006 der schärfste Blick auf den Mars: MRO fotografiert die Oberfläche mit 25 cm Auflösung und hat mehr Daten zur Erde gesendet als alle anderen Planetenmissionen zusammen.
Der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) erreichte den Mars am 10. März 2006 und ist die leistungsstärkste Sonde, die je einen anderen Planeten umkreist hat. Sein HiRISE-Kamerasystem (High Resolution Imaging Science Experiment) erreicht eine Bodenauflösung von 25–30 cm pro Pixel, genug, um einzelne Felsen und Roverfahrspuren zu erkennen.
MRO hat mehr Daten zur Erde übertragen als alle anderen interplanetaren Missionen zusammen, dank seiner 3-Meter-Antenne und einer Datenrate von bis zu 6 Megabit pro Sekunde.
Wichtige Entdeckungen: Recurring Slope Lineae (RSL), saisonale dunkle Streifen an Marshängen, die zunächst als fließendes Salzwasser interpretiert wurden, inzwischen aber eher auf trockene Sandlawinen zurückgeführt werden. Umfangreiche Kartierung von Tonmineralen und Sulfaten, die verschiedene Wasserepochen in der Marsgeschichte markieren. Entdeckung massiver Eisvorkommen unter der Oberfläche in mittleren Breiten. Landeplatzauswahl für Curiosity, InSight und Perseverance.
MRO dient auch als Kommunikationsrelay für Marsrover: Die Sonde empfängt Daten von Curiosity und Perseverance und leitet sie über ihre leistungsstarke Antenne zur Erde weiter.
Gerade die Doppelrolle des Mars Reconnaissance Orbiter als Forschungsinstrument und als Kommunikationsknoten macht ihn zu einem stillen, aber unverzichtbaren Rückgrat der gesamten Marserkundung. Mit seiner Kamera, die einzelne Felsen und sogar die Fahrspuren der Rover erkennt, liefert er den schärfsten Blick auf den Roten Planeten und hat damit nicht nur die geologische Geschichte des Mars sichtbar gemacht, sondern auch die Landeplätze fast aller modernen Missionen ausgewählt. Seine Entdeckung gewaltiger unterirdischer Eisvorkommen in mittleren Breiten ist dabei von höchster praktischer Bedeutung, denn dieses Wasser könnte künftige bemannte Missionen mit Trinkwasser, Atemluft und Treibstoff versorgen. Ebenso wichtig ist seine unscheinbare Funktion als Relaisstation, denn die Rover auf der Oberfläche besitzen nur schwache Sender und sind darauf angewiesen, dass ein Orbiter ihre Daten auffängt und mit seiner großen Antenne zur Erde weiterleitet. Dass eine seit fast zwei Jahrzehnten arbeitende Sonde mehr Daten zur Erde gefunkt hat als alle anderen Planetenmissionen zusammen, zeigt, wie sehr die Erkundung des Mars auf einer dauerhaften, zuverlässigen Infrastruktur im Orbit beruht, die im Hintergrund jede Landemission erst möglich macht.
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Mars Reconnaissance Orbiter. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/mars-reconnaissance-orbiter/ (abgerufen am 01.07.2026).