InSight
Der Mars bebt: NASAs InSight-Lander horchte vier Jahre lang in den Untergrund des Roten Planeten und enthüllte erstmals seinen inneren Aufbau.
InSight (Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport) landete am 26. November 2018 in der Elysium Planitia auf dem Mars. Hauptinstrument war SEIS (Seismic Experiment for Interior Structure), ein hochempfindliches französisches Seismometer.
In vier Jahren Betrieb registrierte InSight über 1.300 Marsbeben. Die stärksten erreichten Magnitude 4,7 und 5,0. Die Auswertung der seismischen Wellen enthüllte den inneren Aufbau des Mars: Eine Kruste von durchschnittlich 25–50 km Dicke. Ein Silikatmantel, der dicker ist als erwartet. Ein flüssiger Eisenkern mit einem Radius von etwa 1.830 km, größer und weniger dicht als vorhergesagt, was auf leichte Elemente (Schwefel, Sauerstoff) im Kern hindeutet.
Das Wärmestrom-Experiment HP³ (DLR) sollte sich 5 Meter in den Boden hämmern, scheiterte aber an einer unerwartet harten, verkrusteten Bodenschicht, der 'Maulwurf' kam nur 40 cm tief.
InSight verlor durch Staubansammlungen auf seinen Solarpanelen zunehmend Energie und stellte am 21. Dezember 2022 den Betrieb ein. Die Mission lieferte die ersten direkten Messungen des Marsinneren und schuf die Grundlage für die Vergleichende Planetologie von Gesteinsplaneten.
Gerade InSight verfolgte einen radikal anderen Ansatz als die fahrenden Rover, denn statt die Oberfläche zu erkunden, lauschte der Lander vier Jahre lang regungslos in die Tiefe des Planeten. Diese Methode, einen Himmelskörper über seine Beben zu durchleuchten, hat sich auf der Erde längst bewährt, um den Aufbau unseres eigenen Planeten zu kartieren, und InSight übertrug sie erstmals auf eine andere Welt. Aus der Art, wie sich die seismischen Wellen der Marsbeben durch das Innere ausbreiteten und an verschiedenen Schichten gebrochen wurden, ließ sich der verborgene Aufbau des Mars rekonstruieren, also die Dicke der Kruste ebenso wie die überraschend große Ausdehnung des flüssigen Kerns. Diese Befunde sind entscheidend, um zu verstehen, warum der Mars sein einst schützendes Magnetfeld verlor und damit einen ganz anderen Entwicklungsweg als die Erde einschlug. Dass das Wärmesonden-Experiment am zähen Marsboden scheiterte, zeigt zugleich die Tücken solcher Missionen. Mit dem allmählichen Verstauben seiner Solarpanele ging InSight schließlich die Energie aus, doch seine Daten machten den Mars vom äußeren Erscheinungsbild her zu einem Planeten, dessen Inneres erstmals wirklich vermessen ist.
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InSight. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/insight/ (abgerufen am 01.07.2026).
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