Astronomie

Phobos und Deimos

Die zwei winzigen Marsmonde, Phobos mit einem rätselhaften Monolithen auf der Oberfläche und dem Schicksal, in den Mars zu stürzen.

Phobos und Deimos
NASA/JPL-Caltech/University of Arizona, HiRISE-Aufnahme von Phobos in Falschfarben, 2008

Phobos (27 km) und Deimos (15 km) sind die beiden Monde des Mars, benannt nach den griechischen Göttern der Furcht und des Schreckens. Phobos umkreist den Mars so nah, dass er schneller rotiert als der Planet selbst, er geht im Westen auf und im Osten unter. In etwa 50 Millionen Jahren wird er die Roche-Grenze erreichen und zerrissen werden, wobei ein kurzlebiger Ring um den Mars entstehen könnte.

Auf Phobos fotografierte der Mars Global Surveyor 1998 einen etwa 90 Meter hohen Felsblock, der als 'Phobos-Monolith' bekannt wurde. Buzz Aldrin verwies öffentlich darauf und regte eine Mission an. In den 1950er und 60er Jahren spekulierte der sowjetische Astrophysiker Iosif Shklovskii, Phobos könnte hohl und künstlichen Ursprungs sein, basierend auf seinen ungewöhnlichen Orbitdaten. Die Theorie ist längst widerlegt (Phobos ist porös, nicht hohl), aber sie befeuerte Jahrzehnte an SF-Spekulationen.

Alastair Reynolds nutzt den Phobos-Monolithen in Blue Remembered Earth (2012) als Schlüsselelement. Donald A. Wollheim enthüllte in The Secret of the Martian Moons (1955), dass beide Monde außerirdische Raumschiffe sind. In Kim Stanley Robinsons Mars-Trilogie werden Phobos und Deimos als Materialquelle für Raumstationen genutzt.

2024 entdeckte die ESA-Sonde Mars Express mit Radar unbekannte Strukturen im Inneren von Phobos, die Spekulationen gehen weiter.

Phobos hat eine Umlaufbahn, die ihn schrittweise dem Mars annähert. Pro Jahr kommt er um knapp zwei Zentimeter näher. In etwa 50 Millionen Jahren wird er Neptuns Roche-Grenze unterschreiten, wo die Gezeitenkräfte des Mars sein Inneres auseinanderreißen werden. Das Material würde sich zu einem Ring verteilen, der dem Planeten für einige Hundert Millionen Jahre eine Saturn-ähnliche Erscheinung geben würde, bevor die Partikel auf den Mars regnen.

Deimos ist das Gegenteil: Mit seinem kleinen Durchmesser und seiner weiten, außerhalb der synchronen Umlaufbahn gelegenen Bahn entfernt er sich langsam vom Mars, ähnlich wie der Mond sich von der Erde entfernt. Deimos wird in fernerer Zukunft den Mars verlassen und als freifliegender Körper im Sonnensystem enden.

Für die Science Fiction sind die ungleichen Geschwister ein reizvolles Paar. In Kim Stanley Robinsons Mars-Trilogie wird Phobos als Vorposten für den Einschmuggel von Personen genutzt, die die Mars-Behörden umgehen wollen. Den Charme haben die Monde durch ihre Ungewöhnlichkeit: Sie sind keine Monde, die bei der Planetenentstehung übrig blieben, sondern vermutlich eingefangene Asteroiden, rau, unregelmäßig geformt und mit Geschichte beladen. Die japanische MMX-Mission (Martian Moons Exploration) soll Anfang der 2030er Jahre Proben von Phobos zur Erde zurückbringen.

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Phobos und Deimos. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/phobos-deimos/ (abgerufen am 01.07.2026).

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