Red Dwarf
Britische SciFi-Sitcom über den letzten Menschen an Bord eines Bergbauraumschiffs, seinen holografischen Mitbewohner und eine Katze in Menschengestalt.
Red Dwarf, erstmals ausgestrahlt 1988 auf BBC Two, ist die langlebigste und einflussreichste Science-Fiction-Comedy des britischen Fernsehens. Dave Lister, gespielt von Craig Charles, ist ein fauler, liebenswerter Arbeiter auf dem Bergbauraumschiff Red Dwarf, der drei Millionen Jahre im Stasis-Feld verbringt, während ein Strahlungsleck die gesamte Crew tötet. Er erwacht als letzter Mensch im Universum und muss sich mit einer unwahrscheinlichen Gesellschaft arrangieren: Arnold Rimmer, sein verhasster Kabinennachbar, der als Hologramm zurückgebracht wird und genauso pedantisch und feige ist wie zu Lebzeiten.
Cat, ein Nachfahre von Listers Katze, der sich über drei Millionen Jahre zu einem eitlen, selbstverliebten Humanoiden entwickelt hat. Und Kryten, ein Butler-Androide, der zu förmlich für seine eigene Existenz ist. Rob Grant und Doug Naylor schufen eine Serie, die britischen Sitcom-Humor mit echten Science-Fiction-Konzepten verbindet: Paralleluniversen, Zeitschleifen, Bewusstseinstransfer, simulierte Realitäten und die philosophischen Implikationen der absoluten Isolation im All.
Die vierte und fünfte Staffel gelten als kreative Höhepunkte, mit Episoden wie White Hole, Back to Reality und Quarantine. Red Dwarf hat zwölf reguläre Staffeln und ein Special produziert und wird bis heute fortgesetzt. Die Serie hat bewiesen, dass Science-Fiction und Comedy sich nicht ausschließen, und hat mit ihrem Low-Budget-Charme eine treue Fangemeinde auf der ganzen Welt gewonnen.
Die Einsamkeitsthematik der Serie ist ernster, als die Sitcom-Verpackung nahelegt. Lister ist buchstäblich der letzte lebende Mensch im Universum, drei Millionen Lichtjahre von zu Hause entfernt, auf einem Schiff, das er nicht alleine steuern kann. Was die Serie aus dieser Prämisse macht, ist nicht Hoffnungslosigkeit, sondern eine Art Pragmatismus: Man arrangiert sich, man findet Freude, man nervt den Mitbewohner. Das ist vielleicht der ehrlichste Umgang mit existenzieller Einsamkeit, den das Fernsehen je gezeigt hat.
Die besten Episoden zeigen, was Red Dwarf kann. 'Back to Reality' (Staffel 5) ist eine Meta-Episode, in der die Charaktere glauben, sie hätten ein Videospiel gespielt, und ihre 'realen' Identitäten seien weit erniedrigender als ihre Rollenspiel-Rollen. 'White Hole' (Staffel 4) basiert auf einem echten astrophysikalischen Konzept und baut darauf eine Handlung, die Rimmer und Lister in absurden Konflikt bringt. Diese Kombination aus wissenschaftlicher Grundlage und britischer Farce ist die Signatur der besten Staffeln.
Rob Grant verließ die Serie nach Staffel 6 in einem künstlerischen Konflikt. Die Qualität der späteren Staffeln, die Doug Naylor alleine schrieb, ist ungleicher, aber die Rückkehr in den Staffeln 10-12 (ab 2012) und die Special 'Back to Earth' (2009) zeigten, dass die Kernidee überlebt hatte. Die Serie ist ein Beweis, dass britische SF-Comedy mit kleinem Budget langlebiger sein kann als aufwendig produzierte Konkurrenz.
Aus dem Forum
Diskutiere diesen Begriff mit Lesern und Autoren im BuchKnall-Forum.
Im Forum diskutierenDiesen Eintrag zitieren
Red Dwarf. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/red-dwarf/ (abgerufen am 01.07.2026).
Verwandte Begriffe