Meteorit
Ein Gesteinsbrocken aus dem All, der die Erdatmosphäre durchquert und den Boden erreicht, Bote aus der Frühzeit des Sonnensystems.
Ein Meteorit ist ein Stück kosmisches Material, das den Flug durch die Erdatmosphäre übersteht und die Oberfläche erreicht. Im Weltraum heißt das Objekt Meteoroid, der leuchtende Streifen in der Atmosphäre ist ein Meteor (Sternschnuppe), und nur was am Boden ankommt, wird zum Meteoriten. Die meisten stammen aus dem Asteroidengürtel, einige vom Mars oder vom Mond.
Meteorite tragen wertvolle Information: Sie enthalten Material aus der Frühzeit des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren. In einigen wurden Aminosäuren gefunden, organische Bausteine, die die Panspermie-Hypothese stützen. Der ALH 84001-Meteorit vom Mars sorgte 1996 für weltweite Aufregung, als NASA-Forscher darin mögliche Spuren fossiler Bakterien zu erkennen glaubten (die Deutung bleibt umstritten).
In der Science Fiction sind Meteoriten oft Träger von etwas Außerirdischem. H.P. Lovecrafts The Colour Out of Space (1927) beschreibt einen Meteoriten, der eine unbekannte Farbe und zerstörerische Kraft mitbringt. Michael Crichtons The Andromeda Strain (1969) beginnt mit einem Satelliten, der außerirdische Mikroorganismen zurückbringt. Der Tscheljabinsk-Meteor von 2013 (18 Meter, 1.500 Verletzte durch die Druckwelle) zeigte, dass selbst kleine Objekte reale Gefahren darstellen.
Der Chicxulub-Impakt vor 66 Millionen Jahren (ein Asteroid, kein Meteorit im strengen Sinn) beendete die Dinosaurier-Ära und bleibt das ikonischste Beispiel kosmischer Zerstörung.
Nicht alle Meteoriten sind Gesteinsbrocken. Eisenmeteorite, die aus dem Kernmaterial früh zersprungener Planetesimals stammen, sind die reinsten natürlichen Eisenmassen auf der Erde. Der Hoba-Meteorit in Namibia, der schwerste je gefundene Meteorit mit rund 60 Tonnen, besteht zu 84 Prozent aus Eisen. Steinige Chondrite hingegen sind kosmisches Uralter: Sie wurden seit der Entstehung des Sonnensystems vor 4,567 Milliarden Jahren nicht erhitzt oder umgeschmolzen und konservieren damit das primoردiale Material der Sonnenentstehung.
Die Frage, ob Kometen und Meteoriten das Leben auf der Erde gebracht haben könnten, ist die Panspermie-Hypothese. In karbonhaltigen Chondriten wurden Aminosäuren gefunden, darunter Typen, die auf der Erde in Lebewesen vorkommen, und solche, die auf der Erde nicht vorkommen. Der Murchison-Meteorit, der 1969 in Australien niederfiel, enthielt über 70 verschiedene Aminosäuren. Das bedeutet nicht, dass das Leben außerirdisch ist, aber es zeigt, dass organische Chemie im Weltall verbreitet ist und durch Meteoriten auf junge Planeten transportiert werden kann.
In der Science Fiction sind Meteoriten oft Plotauslöser der reinsten Form: das Ding, das vom Himmel fällt und alles verändert. Lovecrafts The Colour Out of Space etablierte das Muster 1927: Ein Meteorit als Vehikel des Unbekannten. Crichtons Andromeda Strain variierte es mit mikrobiologischem Horror. Das Motiv funktioniert, weil Meteoriten tatsächlich Botschaften aus dem All sind, material und unbestreitbar. Kein Gerücht, keine Sichtung, kein Signal: nur ein Stein, der eines Tages liegt und nicht von hier ist.
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Meteorit. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/meteorit/ (abgerufen am 01.07.2026).
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