Planet Neun
Hypothetischer Riesenplanet am äußersten Rand des Sonnensystems, mathematisch vorhergesagt, aber noch nie beobachtet.
Planet Neun ist ein hypothetischer Planet im äußeren Sonnensystem, dessen Existenz 2016 von den Caltech-Astronomen Konstantin Batygin und Mike Brown vorgeschlagen wurde. Die Hypothese basiert auf der auffälligen Häufung extremer transneptunischer Objekte (ETNOs) auf ähnlichen Umlaufbahnen, die durch die Gravitation eines unentdeckten Planeten erklärt werden könnten.
Der postulierte Planet hätte die 5- bis 10-fache Erdmasse (eine Super-Erde), umkreiste die Sonne in 10.000 bis 20.000 Jahren und befände sich durchschnittlich 400 bis 800 AU entfernt. Trotz intensiver Suche mit Teleskopen wie dem Subaru auf Hawaii und dem 2025 in Betrieb genommenen Vera-C.-Rubin-Observatorium wurde Planet Neun bis Mai 2026 nicht gefunden. Einige Forscher vermuten stattdessen, dass die beobachteten Bahnanomalien durch kollektive Gravitation vieler kleiner Objekte erklärbar sein könnten.
Für die Science Fiction ist Planet Neun faszinierend: ein Planet in unserem eigenen Sonnensystem, der sich vor uns versteckt. Die Parallelen zur Entdeckung Neptuns 1846 (mathematisch vorhergesagt, dann gefunden) verleihen der Suche historische Tiefe. Falls Planet Neun existiert, wäre er ein eisiger, dunkler Ort am Rand des Bekannten, der perfekte Schauplatz für Geschichten über Isolation und das Unentdeckte vor der eigenen Haustür.
Das historische Vorbild macht die Suche dramatischer. Neptun wurde 1846 gefunden, nachdem Urbain Le Verrier aus den Bahnstörungen des Uranus auf seine Position schloss. John Couch Adams kam unabhängig auf dasselbe Ergebnis. Die direkte Beobachtung folgte der mathematischen Vorhersage. Wenn Planet Neun existiert und gefunden wird, wäre es das zweite Mal in der Geschichte, dass ein Planet durch reine Mathematik antizipiert und dann entdeckt wurde.
Mike Brown, einer der Entdecker von Eris, der Plutos Degradierung zum Zwergplaneten mitveranlasste, ist heute einer der aktivsten Befürworter der Planet-Neun-Hypothese. Sein Kollege Konstantin Batygin, Planetenphysiker am Caltech, veröffentlichte 2016 die erste formale Analyse. Beide betonen, dass die statistischen Häufungen der ETNOs-Bahnen mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 1 zu 10.000 durch Zufall entstehen würden, falls kein massiver Körper sie erzeugt.
Gegner der Hypothese, darunter Ann-Marie Madigan von der University of Colorado, argumentieren, dass kollektive Gravitation vieler kleinerer Körper im äußeren Sonnensystem dieselben Bahnhäufungen erklären könnte. Diese sogenannte Collective Eccentric Disk-These erfordert keinen einzelnen großen Planeten. Das Vera-C.-Rubin-Observatorium, das seit 2025 den Himmel systematisch kartiert, wird voraussichtlich innerhalb weniger Jahre klären, ob ein solcher Körper die Suche übersteht oder nicht.
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Planet Neun. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/planet-neun/ (abgerufen am 01.07.2026).
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