Astronomie

Haumea

Eiförmiger Zwergplanet im Kuipergürtel mit einem eigenen Ring und der schnellsten Rotation aller bekannten großen Objekte im Sonnensystem.

Haumea
NASA, Künstlerische Darstellung des eiförmigen Zwergplaneten Haumea mit seinem Ring

Haumea ist ein Zwergplanet im Kuipergürtel, 2004 entdeckt und nach der hawaiianischen Fruchtbarkeitsgöttin benannt. Mit etwa 1.600 Kilometern in der längsten Achse wäre Haumea ohne ihre extreme Rotation nahezu kugelförmig, aber sie dreht sich in nur 3,9 Stunden einmal um die eigene Achse, die schnellste Rotation aller bekannten großen Körper im Sonnensystem. Diese Rotation hat Haumea zu einem Ellipsoid geformt, das eher einem Football als einer Kugel gleicht.

2017 entdeckten Astronomen bei einer Sternbedeckung überraschenderweise einen Ring um Haumea, der erste bekannte Ring um ein transneptunisches Objekt. Haumea hat zwei kleine Monde (Hi'iaka und Namaka) und besteht größtenteils aus Gestein mit einer dünnen Eisschicht.

In der Science Fiction ist Haumea noch kein etablierter Schauplatz, bietet aber ungewöhnliches Potential: Ein eiförmiger Himmelskörper mit Ring, auf dem die Schwerkraft je nach Standort drastisch variiert. Die Oberfläche an den Enden der langen Achse hat nur ein Drittel der Schwerkraft der Pole. Für Hard-SF-Autoren, die nach exotischen, aber realen Schauplätzen suchen, ist Haumea eine Fundgrube physikalischer Besonderheiten.

Die Entstehungsgeschichte von Haumeas Formsystem wird von Astronomen noch diskutiert. Die wahrscheinlichste Erklärung für die extrem schnelle Rotation ist ein Einschlag vor Milliarden Jahren, der Haumea in Rotation versetzte und dabei Trümmer in eine Bahn schleuderte, aus denen sich die Monde Hi'iaka und Namaka bildeten. Dieser Einschlag erklärt auch, warum Haumeas Dichte ungewöhnlich hoch für ein Kuipergürtelobjekt ist: Ein Großteil des Oberflächeneises wurde weggeschleudert, was einen felsigen Kern freigelegt hat.

Der Ring, entdeckt 2017, liegt sehr viel näher an Haumea als die Ringe bei Saturn oder Uranus, gemessen am Verhältnis zum Körperradius. Er besteht wahrscheinlich aus gröberem Material als Saturnringe und dreht sich in fast gleicher Geschwindigkeit wie Haumeas Oberflächenmaterial, was auf eine enge dynamische Kopplung hindeutet. Solche Ringe bei kleinen Körpern waren früher undenkbar, aber die Entdeckungen der letzten Jahre bei Zentauren und Kuipergürtelobjekten zeigen, dass Ringe häufiger vorkommen als gedacht.

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Haumea. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/haumea-zwergplanet/ (abgerufen am 01.07.2026).