Astronomie

Uranus (Planet)

Der siebte Planet, ein Eisriese, der auf der Seite liegend rotiert, mit blassblauer Farbe und 27 bekannten Monden.

Uranus (Planet)
NASA/JPL-Caltech, Voyager 2, Uranus in Echtfarben, 1986

Uranus ist der drittgrößte Planet im Sonnensystem und der erste, der mit einem Teleskop entdeckt wurde (William Herschel, 1781). Sein auffälligstes Merkmal ist die extreme Achsneigung von 98°: Uranus rotiert praktisch auf der Seite, sodass seine Pole abwechselnd 42 Jahre lang der Sonne zugewandt sind. Vermutlich wurde der Planet in der Frühzeit des Sonnensystems durch einen gewaltigen Einschlag umgekippt.

Uranus besteht hauptsächlich aus Wasser, Ammoniak und Methan (das seine blassblau-grüne Farbe verursacht). Im Gegensatz zu Jupiter und Saturn erzeugt er kaum innere Wärme und erscheint daher überraschend ruhig. Er besitzt ein dünnes Ringsystem und 27 bekannte Monde, benannt nach Figuren aus Shakespeare und Alexander Pope.

In der Science Fiction spielt Uranus eine untergeordnete Rolle verglichen mit Jupiter oder Saturn. Kim Stanley Robinson erwähnt Uranus-Siedlungen in 2312, und einige Hard-SF-Autoren nutzen den Planeten als Treibstoffquelle für Helium-3-Gewinnung. Die extreme Achsneigung und die daraus resultierenden 42-jährigen Jahreszeiten bieten ungenutztes narratives Potential.

NASA plant eine Uranus-Orbiter-Mission als hohe Priorität für die 2030er Jahre. Ein Flagship-Orbiter mit atmosphärischer Sonde würde erstmals detaillierte Daten über diesen am wenigsten erforschten Planeten des Sonnensystems liefern.

Eine interessante Eigenheit: Uranus ist trotz seiner Lage weiter von der Sonne entfernt weniger kalt als Neptun. Das liegt daran, dass Uranus kaum innere Wärme abgibt, während Neptun fast dreimal so viel Energie abstrahlt, wie er von der Sonne empfängt. Der Grund für Uranus' thermischen Schlaf ist unbekannt. Eine populäre Hypothese besagt, dass der Einschlag, der ihn umkippte, auch eine stabile Schichtung in seiner Atmosphäre erzeugte, die den Wärmetransport nach außen blockiert.

Die 27 bekannten Uranus-Monde tragen literarische Namen: Umbriel und Oberon aus Shakespeares Mittsommernachtstraum, Ariel aus Shakespeares Sturm und Alexander Popes Rape of the Lock. Das ist einzigartig im Sonnensystem, wo Monde sonst nach griechischen oder römischen Göttern benannt werden. William Herschel, der Entdecker des Planeten, hatte die Tradition begonnen, und sie blieb.

In der Science Fiction hat Uranus trotz seiner physikalischen Besonderheiten wenig Aufmerksamkeit bekommen. Die extreme Achsneigung mit ihren 42-jährigen Jahreszeiten, ein Planet, auf dem die Kinder auf der Nachtseite geboren werden und das erste Sonnenlicht erst nach Jahrzehnten sehen, bietet narratives Potential, das das Genre weitgehend ungenutzt lässt.

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Uranus (Planet). In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/uranus-planet/ (abgerufen am 01.07.2026).

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