Astronomie

Beteigeuze

Roter Überriese im Orion, der irgendwann als Supernova explodieren wird, am Nachthimmel mit bloßem Auge sichtbar.

Beteigeuze
ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/E. O'Gorman/P. Kervella, Betelgeuse im Submillimeter-Bereich (CC BY 4.0)

Beteigeuze (Alpha Orionis) ist ein roter Überriese, der die linke Schulter des Sternbilds Orion bildet. Der Stern ist etwa 16-mal massereicher als die Sonne und so aufgebläht, dass sein Radius die Jupiterbahn überragen würde. Mit geschätzten 10 Millionen Jahren ist er dennoch astronomisch jung, massereiche Sterne leben schnell und sterben spektakulär.

Beteigeuze wird als Supernova enden. Astronomen schätzen, dass dies innerhalb der nächsten 100.000 Jahre geschehen könnte. Bei der Explosion wäre der Stern selbst am Taghimmel sichtbar und nachts so hell wie der Vollmond. In 700 Lichtjahren Entfernung ist die Erde sicher vor der Strahlung, aber das Schauspiel wäre beispiellos in der Menschheitsgeschichte.

2019 sorgte Beteigeuze für Aufregung, als seine Helligkeit dramatisch absank. Für kurze Zeit kursierte die Supernova-Spekulation in den Medien, doch die Verdunklung wurde durch eine Staubwolke verursacht. 2024 entdeckten Astronomen einen kleinen Begleitstern namens Siwarha, der durch Beteigeuzes ausgedehnte Atmosphäre rast.

In der Science Fiction dient der Stern als Symbol für kosmische Vergänglichkeit. Douglas Adams machte Beteigeuze zum Herkunftsort von Ford Prefect in Per Anhalter durch die Galaxis. Die Vorstellung einer beobachtbaren Supernova in kosmischer Nachbarschaft inspiriert zahllose Katastrophen-Szenarien.

Die Große Verdunklung von Oktober 2019 bis Februar 2020 war tatsächlich ungewöhnlich. Beteigeuze verlor etwa 35 Prozent seiner normalen Helligkeit und sank auf den schwächsten gemessenen Wert seit Beginn systematischer Beobachtungen. Kurzzeitig wurde der Stern nicht mehr unter den zehn hellsten des Nachthimmels gelistet. Die Ursache: Staub, der von einer Oberflächenkonvektion in den Raum geschleudert wurde und das Licht absorbierte. Eine Supernova war es nicht, aber das Ereignis erinnerte daran, wie aktiv und veränderlich dieser Stern ist.

In 700 Lichtjahren Entfernung wäre eine Supernova spektakulär, aber harmlos für die Erde. Die meisten Strahlung käme als Neutrinos, die völlig ungehindert durch den Planeten hindurchgehen. Das Licht würde die Erde über Tage bis Wochen so hell wie der Mond erscheinen lassen. Erst ab etwa 25 Lichtjahren Entfernung könnte eine Supernova biologischen Schaden durch erhöhte kosmische Strahlung anrichten. Beteigeuze ist zu weit entfernt für eine reale Gefahr.

Die astronomische Unschärfe beim genauen Abstand des Sterns wurde 2020 durch präzise Messungen eingeschränkt. Frühere Schätzungen lagen zwischen 400 und 700 Lichtjahren. Eine Studie mit ALMA und Hubble präzisierte den Wert auf rund 700 Lichtjahre. Das beeinflusst die Abschätzung, wann die Supernova fällig ist, ohne sie festzulegen. Manche Astronomen sagen bald im astronomischen Sinn, also innerhalb von Hunderttausend Jahren.

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Beteigeuze. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/beteigeuze/ (abgerufen am 01.07.2026).

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