Eris (Zwergplanet)
Der massereichste bekannte Zwergplanet, seine Entdeckung 2005 löste Plutos Degradierung zum Zwergplaneten aus.
Eris wurde 2005 von Mike Brown und seinem Team am Palomar-Observatorium entdeckt und ist der massereichste bekannte Zwergplanet im Sonnensystem, etwa 27 % schwerer als Pluto, obwohl minimal kleiner im Durchmesser (ca. 2.326 km). Eris befindet sich in der Streuscheibe jenseits des Kuipergürtels auf einer stark elliptischen Umlaufbahn, die sie zwischen 38 und 98 AU von der Sonne entfernt. Ein Umlauf dauert 559 Jahre.
Die Entdeckung von Eris war der direkte Auslöser für die Neudefinition des Planetenbegriffs 2006: Da Eris schwerer als Pluto ist, hätte man entweder Eris zum zehnten Planeten erklären oder Pluto herabstufen müssen. Die IAU wählte Letzteres und schuf die Kategorie 'Zwergplanet'. Eris ist nach der griechischen Göttin der Zwietracht benannt, was die Kontroverse treffend widerspiegelt.
Eris hat einen Mond namens Dysnomia (Gesetzlosigkeit). Ihre Oberfläche ist mit Methan- und Stickstoff-Eis bedeckt und reflektiert fast alles Sonnenlicht. In der Science Fiction steht Eris noch am Anfang ihrer literarischen Karriere, taucht aber zunehmend in Hard-SF-Werken auf, die sich mit den äußersten Grenzen des Sonnensystems befassen. Die Vorstellung eines massereichen, fernen Objekts, das politische Umwälzungen auf der Erde auslöst (wenn auch nur in der Astronomie), hat narratives Potential.
Mike Brown, einer der Entdecker von Eris, schrieb das Buch How I Killed Pluto and Why It Had It Coming (2010), das die Geschichte der Entdeckungen in der äußersten Region des Sonnensystems und den IAU-Streit von 2006 aus seiner persönlichen Perspektive schildert. Die Abstimmung auf der IAU-Generalversammlung in Prag war nicht ohne Kontroversen: Viele Mitglieder fanden die hastig formulierte Definition unbefriedigend, und das Ergebnis wurde mit einer ungewöhnlich knappen Mehrheit angenommen. Die Definition verlangt von einem Planeten, seine Umlaufbahn von anderen Körpern zu räumen, eine Bedingung, die auch Neptun streng genommen nicht vollständig erfüllt, weil er mit den Trojaner-Asteroiden geteilt wird.
Physikalisch ist Eris bemerkenswert, weil ihre Oberfläche eine der hellsten im Sonnensystem ist: ein Reflexionsvermögen von fast 96 Prozent, ähnlich wie frischer Schnee. Das liegt daran, dass Eris sich derzeit nahe ihrem sonnenfernsten Punkt befindet und tiefe Temperaturen herrschen, bei denen flüchtiges Material wie Methan direkt auf der Oberfläche gefriert. Wenn Eris in einigen Jahrhunderten wieder der Sonne näherkäme, würde sich diese Frostschicht durch Sublimation verflüchtigen, ähnlich wie bei Plutos jahreszeitlichen Atmosphärenveränderungen.
Die Benennung von Eris und ihrem Mond Dysnomia (Gesetzlosigkeit) ist mehr als Ironie. Mike Brown wählte die Namen bewusst: Eine Welt, die Zwietracht säte, und ihr Mond, die Personifikation des Gesetzesbruchs. Astronomische Nomenklatur ist selten so direkt selbstbezüglich gewesen.
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Eris (Zwergplanet). In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/eris-zwergplanet/ (abgerufen am 01.07.2026).
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