Supernova
Gewaltige Sternexplosion, die kurzzeitig heller leuchtet als eine ganze Galaxie, der Tod massereicher Sterne und die Geburtsstätte schwerer Elemente.
Eine Supernova ist die explosionsartige Zerstörung eines Sterns am Ende seines Lebens. Bei Typ-II-Supernovae kollabiert der Kern eines massereichen Sterns (ab etwa 8 Sonnenmassen), nachdem die Kernfusion im Zentrum erlischt. Die zurückfallenden äußeren Schichten prallen auf den komprimierten Kern und werden in einer Explosion nach außen geschleudert, die kurzzeitig heller leuchtet als Milliarden von Sternen. Zurück bleibt ein Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch. Bei Typ-Ia-Supernovae explodiert ein Weißer Zwerg in einem Doppelsternsystem.
Supernovae sind die kosmischen Schmelzöfen: Alle Elemente schwerer als Eisen, Gold, Uran, Platin, entstehen in diesen Explosionen. Ohne Supernovae gäbe es weder Planeten noch Leben.
Arthur C. Clarke beschrieb in The Star (1955) eine außerirdische Zivilisation, die durch eine Supernova ausgelöscht wurde, welche auf der Erde als Stern von Bethlehem erschien. Liu Cixin widmete der Thematik den Roman Supernova Era (2003), in dem eine nahe Supernova die gesamte erwachsene Bevölkerung der Erde durch Strahlung tötet. Poul Anderson schildert in Day of Burning (1967) die Evakuierung einer Zivilisation vor einer bevorstehenden Supernova. In der Space Opera dienen Supernovae häufig als ultimative Waffe.
Die letzte mit bloßem Auge sichtbare Supernova in unserer Galaxie war Keplers Stern im Jahr 1604. Die nächste ist überfällig.
Supernovae haben entgegen ihrem Namen nichts Superneues: Sie sind alt gewordene Sterne in ihrem letzten Akt. Die Bezeichnung geht auf Walter Baade und Fritz Zwicky zurück, die 1934 das Konzept des Neutronensterns postulierten und erkannten, dass Supernovae eine andere, energetisch weit überlegene Klasse von Sternexplosionen darstellen als die bis dahin bekannten Novae.
Für die Nukleosynthese sind Supernovae unersetzlich. Alles schwerer als Eisen, etwa Kobalt, Gold, Uran und die künstlichen Transurane, entstand in Supernovae oder in Neutronenstern-Verschmelzungen, die GW170817-Beobachtung 2017 belegte das für die Neutronenstern-Route direkt. Das Calcium in unseren Knochen, das Sauerstoff in unseren Lungen, das Eisen in unserem Blut: Alles wurde in alten Sternen geschmiedet, die vor unserem Sonnensystem explodierten.
Manchmal nennt man das Supernovae als kosmische Recyclinganlage: Sie schleudern das in Jahrmilliarden erbrütete Material in den interstellaren Raum, aus dem neue Sterne, Planeten und schließlich Lebewesen entstehen können. Carl Sagan formulierte es mit dem Satz, dass wir aus Sternstaub gemacht sind, und er meinte damit exakt diesen Prozess. Science-Fiction-Autoren haben diesen Gedanken als philosophisches Fundament genutzt: Eine Spezies, die eine Supernova beobachtet, beobachtet den Todescampf ihres eigenen fernen Ursprungs.
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Supernova. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/supernova/ (abgerufen am 01.07.2026).
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